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Universitätsklinikum Mannheim Gericht hat bisher nicht über die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Ex-Geschäftsführer entschieden

Sechs Jahre nach Hygiene-Affäre noch keine Klarheit

Archivartikel

Mannheim.Sechs Jahre nach Bekanntwerden von Hygienemängeln am Mannheimer Universitätsklinikum ist offen, ob die Affäre strafrechtliche Folgen für den damaligen Geschäftsführer hat. Zwar hatte die Staatsanwaltschaft am 28. Dezember 2017 gegen ihn beim Landgericht Mannheim Anklage wegen des Verdachts von Verstößen gegen das Medizinproduktegesetz erhoben. Doch bis heute hat die 5. Kammer nicht über die Eröffnung des Hauptverfahrens entschieden. Damit ist ungewiss, ob es zum Prozess kommt.

Als Erklärung teilte ein Sprecher des Landgerichts mit, dass es sich um ein „äußerst umfangreiches Verfahren“ handle und zudem ein Rechtsgebiet betreffe, mit dem eine Große Strafkammer „nur in ganz seltenen Ausnahmefällen befasst ist“.

Die Hygiene-Affäre hatte Mängel beim Reinigen, Desinfizieren und Sterilisieren von Operationsbesteck offenbart. Daraufhin tauschte das Klinikum 80 Prozent seines OP-Instrumentariums aus und baute eine umstrukturierte zentrale Sterilgut-Abteilung auf. Wann die Entscheidung über das Hauptverfahren fallen wird, lasse sich nicht sagen, so das Gericht weiter. Eine Verjährung der Tatvorwürfe stehe „spätestens im Herbst 2024“ im Raum.

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