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Corona Baden-Württemberg will zum Unterrichtsbeginn strenge Regeln lockern / Einschränkungen für Orchester und Chöre

Singen in Schulen erlaubt

Mannheim/Berlin.In der kommenden Woche beginnt auch in Baden-Württemberg wieder die Schule. Doch der Start nach den Sommerferien wird wegen der Corona-Pandemie alles andere als gewöhnlich sein. Die Landesregierung in Stuttgart erarbeitet derzeit Hygienekonzepte für eine Art Regelbetrieb mit allen Schülerinnen und Schülern im Präsenzunterricht.

In einem Punkt zeigen sich die Schulen mit den Vorgaben des Landes bisher zufrieden: Es revidierte seine Haltung vom 7. Juli, wonach Singen und Blasmusik in geschlossenen Räumen unzulässig sein sollte. Beides ist jetzt nach den Ferien im Musikunterricht erlaubt. Allerdings müssen die Beteiligten einen Mindestabstand von zwei Metern einhalten und sollen, so oft es geht, im Freien üben. Gerhard Weber, Direktor des Mannheimer Moll-Gymnasiums, bezeichnet die Richtlinien als „vernünftige, tragfähige und praktikable Lösung“. Nach wie vor wird es aber keine jahrgangsübergreifenden Angebote geben, ein Wermutstropfen zum Beispiel für Schulorchester und -chöre. Ob die Beschränkungen gelockert werden können, soll vor den Herbstferien überprüft werden.

Das Kultusministerium hatte seine ursprüngliche Ansicht nach heftigen Protesten von Schulen aus dem ganzen Land, Elternvertretern und Musikverbänden geändert. Eine Online-Petition fand mehr als 13 000 Unterstützer, außerdem organisierten die Betroffenen eine zentrale Demonstration in Heilbronn.

In Berlin haben sich unterdessen die Spitzen der Bundespolitik und Vertreter der örtlichen Gesundheitsämter über die Strategie gegen einen unkontrollierten Anstieg der Corona-Neuinfektionen beraten.

Merkel dankt Gesundheitsämtern

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Gesundheitsämtern für ihre zentrale Rolle in der Corona-Krise gedankt und eine bessere Ausstattung zugesichert. Sie hätten „einen ganz wesentlichen Anteil daran, dass wir das Infektionsgeschehen bislang in Deutschland doch weitgehend unter Kontrolle halten konnten“, sagte Merkel am Dienstag in einer Videokonferenz mit Vertretern von Ämtern, Kommunen und Ländern. Für die Gesundheitsämter bedeute die Pandemie mit dem Verfolgen von Infektionsketten oder dem Anordnen von Tests und Quarantäne einen „unfassbaren Mehraufwand“. Merkel bekräftigte, dass der Bund nun viel Geld für Verbesserungen in die Hand nehmen wolle. In Regionen mit hohen Infektionszahlen stießen die Ämter mitunter an die Grenze des personell Leistbaren.

Um die bundesweit 375 Ämter zu stärken, will der Bund vier Milliarden Euro bis 2026 bereitstellen. Vorgesehen ist unter anderem, bis Ende 2022 mindestens 5000 unbefristete Vollzeitstellen zu schaffen. Geplant ist zudem breit angelegte Unterstützung bei digitalen Lösungen, etwa für Meldewege. bhr/dpa

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