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Hygienekonzepte Vorstoß von Bundesligist Union Berlin sorgt für Aufsehen / Mainzer Virologe sieht viele offene Fragen

Skepsis bei Massentests vor Großveranstaltungen

Berlin/Mannheim.Mit Hochdruck arbeiten deutschlandweit Veranstalter an Konzepten, um Konzerthallen und Stadien weiter öffnen zu können. Ein Vorstoß, der dabei besonders viel Aufsehen erregte, war der des Fußball-Bundesligisten Union Berlin.

Der Verein aus dem Stadtteil Köpenick kündigte an, alle Stadiongänger innerhalb von 24 Stunden vor dem Spiel auf das Coronavirus testen zu wollen, um damit Abstandsgebote und Masketragen während des Spiels zu umgehen.

Auch in der Region wird nach möglichen Wegen gesucht, um Besucher von Großveranstaltungen bestmöglichst vor Infektionen zu schützen. Massentests spielen bei diesen Überlegungen aber weniger eine Rolle. Man habe den Vorstoß von Union Berlin interessiert zur Kenntnis genommen, sagt Daniel Hopp, Geschäftsführer der SAP-Arena. Zum einen sei ein Open-Air-Fußballstadion jedoch generell anders zu betrachten als eine Indoor-Arena. Darüber hinaus stelle sich bei einem solchen Massentest-Vorhaben auch die Kostenfrage. Beim SV Waldhof sind Maßnahmen wie Blockierungen bestimmter Bereiche und versetzter Einlass der Fans geplant.

Der Virologe der Universität Mainz, Bodo Plachter, ist skeptisch, ob ein Massentestkonzept bei Veranstaltungen mit mehreren Tausend Besuchern umsetzbar ist. Er hält es für sinnvoller, Gesamtkonzepte zu erarbeiten, die unter anderem auch Lösungen zur An- und Abreise beinhalten. chk

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