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Corona Unter anderem Stuttgart und Mainz reagieren auf Überschreiten der Warnstufe / Mannheim bereitet sich vor

Städte verschärfen Maßnahmen

Archivartikel

Berlin/Mannheim.Immer mehr deutsche Städte werden zu Corona-Hotspots und fahren daher die Sicherheitsmaßnahmen zum Eingrenzen der Pandemie hoch. Am Wochenende meldeten unter anderem Köln, Stuttgart, Essen und Mainz das Überschreiten der wichtigen Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Andere Großstädte wie Berlin, Frankfurt und Bremen waren schon zuvor über diese Marke gestiegen. München liegt nur noch knapp darunter.

Dem Mannheimer Gesundheitsamt sind bis Sonntagnachmittag zehn weitere Fälle einer nachgewiesenen Coronavirus-Infektion gemeldet worden. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, erhöht sich damit die Zahl der bestätigten Fälle in der Quadratestadt auf 1326 seit Ausbruch der Pandemie. Der Inzidenzwert lag, bezogen auf die von der Stadt täglich veröffentlichten Zahlen, somit am Sonntag bei 44,4.

„Nach den steigenden Zahlen der letzten Tage und der bundesweiten Entwicklung in Großstädten ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch wir die Zahl von 50 Neuinfizierten pro Hunderttausend in der Woche überschreiten“, sagte Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) am Sonntag dieser Redaktion. Die Stadtverwaltung bereite geeignete Maßnahmen für diesen Fall vor. Am wichtigsten sei es jedoch, weiterhin die Hygieneregeln einzuhalten.

In Berlin trat am Wochenende eine nächtliche Sperrstunde in Kraft, Stuttgart und Köln schränken unter anderem das Trinken von Alkohol in der Öffentlichkeit stark ein und verschärfen die Maskenpflicht.

Söder fordert härtere Strafen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder machte sich für bundesweit schärfere Strafen bei Verstößen gegen die Maskenpflicht stark. In mehreren Interviews forderte der CSU-Chef am Wochenende bundesweit einheitliche Bußgelder von 250 Euro. In Bayern gilt dies bereits.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Sonntag meldeten die Gesundheitsämter innerhalb eines Tages 3483 neue Corona-Infektionen. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden. Allerdings zeigt ein Wochenvergleich den starken Anstieg: Am Sonntag vor einer Woche waren 2279 Neuinfektionen gemeldet worden, am Sonntag vor zwei Wochen 1411. Ab Samstag wurde mit 4721 Fällen ein neuer Spitzenwert in diesem Herbst verzeichnet.

Virologe Christian Drosten hält wieder mehr bundeseinheitliche Regelungen für notwendig. „Das Virus wird sich immer gleichmäßiger verteilen. Wir werden mehr und mehr in eine Situation kommen, wo man besser pauschal reguliert“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. 

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