Thema des Tages

Pandemiebekämpfung Die ersten Dosen des Serums sind verteilt / Betriebsbeginn im Impfzentrum in Bensheim erst etwas später

Start der Corona-Impfungen auch an der Bergstraße erfolgt

Archivartikel

Bergstraße/Wiesbaden/Berlin.In ganz Deutschland ist am Wochenende die Mammut-Impfaktion gegen das Corona-Virus angelaufen. Im Kreis Bergstraße führte am Sonntagmorgen der erste Termin zum Johanniterhaus in Lorsch, wo die Bewohnerschaft sowie die Pflegekräfte des Seniorenheims mit dem Serum versorgt wurden. Insgesamt hofft der Kreis, bis zum Jahresende am Mittwoch zunächst einmal 2000 Impfdosen zur Verfügung haben und anwenden zu können. Bis etwa Februar sollen alle Pflegeheime in der Region „durchgeimpft“ sein.

Wie schnell es danach mit anderen Bevölkerungsgruppen weitergeht, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell weiterer Impfstoff geliefert wird. Der Start im Bergsträßer Impfzentrum am Berliner Ring in Bensheim wird sich entsprechend etwas nach hinten verschieben. Allerdings können sich Bergsträßer Senioren, die nicht in einem Seniorenheim leben, schon zuvor auch einen Termin im regionalen Impfzentrum in Darmstadt geben lassen, sobald dort der Betrieb gestartet ist.

Auch im Landkreis Darmstadt-Dieburg sind am Sonntag die ersten Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Mit den 110 Impfdosen, die am Samstag eingetroffen waren, wurden Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Pflegepersonal in einem Alten- und Pflegeheim in Modautal/Asbach und in Seeheim-Jugenheim versorgt. Insgesamt hofft der Landkreis Darmstadt-Dieburg, bis zum Jahresende bis zu 1500 Impfdosen geliefert zu bekommen.

Bundesweit sollten am ersten Tag mehrere Zehntausend Dosen verabreicht werden; bis zum Jahreswechsel könnten es schon mehr als eine Million sein. Es ist die größte Impfaktion, die es in Deutschland jemals gegeben hat. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will bis Mitte des kommenden Jahres allen Menschen, die sich impfen lassen wollen, ein Angebot machen.

Ungarn und Slowakei preschen vor

Die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union hatten sich nach der Zulassung des Impfstoffes von Biontech und Pfizer darauf verständigt, die Impfkampagne überall gleichzeitig am Sonntag nach Weihnachten beginnen zu lassen. Ungarn und die Slowakei hielten sich aber nicht an die Abmachung und impften schon am Samstag. Auch in Deutschland gab es einen Frühstart: In einem Seniorenzentrum in Halberstadt in Sachsen-Anhalt wurden bereits am Samstag die ersten Bewohner und Mitarbeiter immunisiert. Die Verantwortlichen im Landkreis und der Heimleiter wollten angesichts der dramatischen Lage keine Zeit verlieren. Eine der Ersten, die in Hessen die schützende Spritze bekam, war eine Krankenschwester, die sich am Frankfurter Universitätsklinikum um Covid-19-Patienten kümmert. Die Bundesregierung wirbt dafür, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen – auch, um andere zu schützen. Nach Einschätzung von Experten ist eine Impfquote von 60 bis 70 Prozent nötig, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Nach einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur haben 65 Prozent der Deutschen vor, sich impfen zu lassen. Gesundheitsminister Spahn hat zu einem „nationalen Kraftakt“ aufgerufen. Jede Impfung mehr bedeute weniger Infektionen und weniger Todesfälle, sagte er am Samstag. „Wer mitmacht, rettet Leben.“

126 neue bestätigte Fälle im Kreis

Über das gesamte lange Weihnachtswochenende (24. bis 27. Dezember) wurden für den Kreis Bergstraße 126 neue bestätigte Corona-Fälle gemeldet, außerdem neun weitere Todesfälle, die im Zusammenhang mit Corona stehen. Der aktuelle offizielle Inzidenzwert für den Kreis lag am Sonntagabend bei 112,02. Berücksichtigen muss man dabei aber, dass über die Weihnachtstage deutlich weniger Corona-Tests erfolgt sind und dadurch die Zahl der erfassten Fälle ebenfalls deutlich niedriger ist. Die über das Weihnachtswochenende bestätigten neuen Fälle betreffen u. a. Bensheim (21), Heppenheim (12), Lindenfels (1), Lorsch (8) und Zwingenberg (3). Zwei der verstorbenen Personen – beide 80 Jahre alt – wurden in Bensheim und Heppenheim verzeichnet. Hessenweit sind am Sonntag 1325 neue bestätigte Corona-Fälle gemeldet worden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stiegt im Bundesland um 61 auf 2484. kbw/hol/dpa

Zum Thema