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Corona Bundespräsident fordert kollektive Kraftanstrengung / Zwei Todesfälle im Kreis Bergstraße

Steinmeier: „Nicht die Geduld verlieren“

Archivartikel

Bergstraße/Berlin.Für den Kreis Bergstraße meldete das Landratsamt am Freitagabend 60 neue nachgewiesene Corona-Fälle – unter anderem in Bensheim (8), Heppenheim (9), Lautertal (3) und Zwingenberg (1). Aktuell betroffene Einrichtungen sind unter anderem die Kirchbergschule in Bensheim (ein Fall) und die Nibelungenschule in Heppenheim (ein weiterer Fall). Im Zusammenhang mit dem Coronavirus meldete die Kreisverwaltung gestern zudem zwei weitere Todesfälle: eine 84 Jahre alte Person aus Lampertheim und eine 86-jährige Person aus Biblis.

Der offizielle aktuelle Inzidenzwert für den Kreis ist leicht zurückgegangen und liegt bei knapp unter 140.

Weitere Zusatzbusse ab Montag

Zudem teilte das Landratsamt gestern Abend mit, dass ab Montag weitere Zusatzbusse für die Schülerbeförderung eingesetzt werden. Betroffen sind drei weitere Strecken für die Schulen in Wald-Michelbach, Rimbach und Bürstadt.

Die Inzidenz in Darmstadt bleibt weiter auf hohem Niveau, doch zumindest gestern war kein weiterer Anstieg zu verzeichnen. Wie das Gesundheitsamt mitteilt, wurden für heute 32 neue Fälle gemeldet. Die Inzidenz sinkt damit leicht auf 133,8.

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen ist in Hessen auf 39 093 gestiegen. Das sind nach Angaben des Sozialministeriums in Wiesbaden von gestern (Stand 14 Uhr) 1707 Fälle mehr als noch am Vortag.

Die Zahl der mit Covid-19 in Verbindung gebrachten Todesfälle in Hessen liegt bei 641 – und ist damit im Vergleich zum Vortag um vier Fälle gestiegen.

Unterdessen hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kurz vor erneuten massiven Corona-Beschränkungen in Deutschland die Bürger zu einer gemeinsamen Anstrengung wie zuletzt im Frühjahr aufgerufen. Der Teil-Lockdown im November sei zwar eine Belastung, sagte Steinmeier am Freitag nach einem Besuch im Gesundheitsamt Berlin-Reinickendorf. „Trotzdem rate ich uns allen dazu, nicht zu resignieren und vor allen Dingen nicht die Geduld zu verlieren.“ Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach von einem „November der nationalen Kraftanstrengung“, um die Zahlen wieder unter Kontrolle zu bringen. Mit 18 681 Fällen erreichten die Neuinfektionen einen neuen Höchststand.

Vor dem Hintergrund der stark steigenden Infektionszahlen hatten Bund und Länder beschlossen, dass vom Montag an für den ganzen Monat November die einschneidendsten Maßnahmen seit dem großen Stillstand im Frühjahr greifen sollen. Die Zahl der Menschen, die in privaten Räumen und in der Öffentlichkeit zusammenkommen dürfen, wird streng begrenzt. Schulen, Kitas und der Einzelhandel bleiben anders als im Frühjahr geöffnet. Restaurants, Bars, Kinos, Museen, Theater, Bäder und andere Freizeiteinrichtungen müssen jedoch schließen. Hotels dürfen keine Touristen mehr aufnehmen.

Aus Schleswig-Holstein müssen Urlauber spätestens bis Montag abreisen. Für Nordsee-Inseln und Halligen gilt eine Frist bis 5. November wegen der Kapazitäten im Fährverkehr und in den Autozügen. Urlauber in Niedersachsen müssen ihren vor dem 2. November angetretenen Urlaub dagegen nicht abbrechen. In Nordrhein-Westfalen dürfen Urlauber bleiben, die vor dem Freitag gekommen sind. Juristen rechnen mit einer Klagewelle gegen die angekündigten Schließungen. Am Berliner Verwaltungsgericht sind bereits die ersten Eilanträge eingegangen.

„Schlimmeres verhüten“

Bundespräsident Steinmeier wies darauf hin, dass es bei den Infektionszahlen täglich neue Höchstwerte gebe. „Wir sind jetzt in einer Situation, in der Handeln notwendig ist. Und Handeln heißt, den Trend wieder zu brechen.“ Steinmeier betonte: „Wir sollten gemeinsam der Meinung sein, dass diese gemeinsame Anstrengung noch einmal notwendig ist, um Schlimmeres zu verhüten.“ Die Situation sei heute eigentlich besser als im Frühjahr. So sei das Wissen über das Virus größer geworden. Die Behandlungsmöglichkeiten hätten sich durch mehr Erfahrung von Ärzten und Pflegepersonal verbessert. Und es sei eher die Frage, wann ein Impfstoff kommen werde und nicht mehr ob. dpa

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