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Arbeitskampf Pendler heute stark betroffen / Städtische Kindergärten geschlossen / Zentrale Kundgebung in Ludwigshafen

Streik legt Region lahm

Mannheim/Berlin.Der angekündigte Streik im öffentlichen Dienst wird heute viele Menschen aus der Region stark beeinträchtigen. Besonders betroffen sind schon am Morgen Pendler. Bis Donnerstag früh um drei Uhr steht der öffentliche Nahverkehr still, wie die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH mitteilte. In Mannheim und Ludwigshafen sind alle Kindergärten der Stadt geschlossen, einen Notdienst gibt es nicht. Mit den wenigen nicht-streikenden Erziehern könne keine Betreuung gewährleistet werden, hieß es aus der Stadtverwaltung.

Die Gewerkschaft Verdi hat im bundesweiten Tarifkonflikt die Angestellten des öffentlichen Dienstes in Mannheim und dem Bezirk Rhein-Neckar zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Der Bundeschef von Verdi, Frank Bsirske, wird um 8.30 Uhr auf dem Paradeplatz in Mannheim sprechen. Danach ist die zentrale Kundgebung der Metropolregion ab 10 Uhr am Pfalzbau in Ludwigshafen geplant.

Bundesweit Flüge gestrichen

Bereit gestern haben Warnstreiks Teile des Flugverkehrs zum Erliegen gebracht. Hunderte Flüge wurden annulliert. Auch der städtische Nahverkehr, Kitas, Kliniken, Verwaltungen und Hallenbäder waren vielerorts betroffen. Insgesamt hätten sich mehr als 60 000 Beschäftigte in acht Bundesländern im Warnstreik befunden, teilte die Gewerkschaft Verdi mit.

Der Flughafen Köln-Bonn stellte den Luftverkehr gestern stundenlang komplett ein, weil die Flughafenfeuerwehr die Arbeit niederlegte. An den ebenfalls bestreikten Airports Frankfurt, München und Bremen wurden hunderte Flüge gestrichen. Reisende mussten sich den ganzen Tag über auf erhebliche Verspätungen einstellen.

Mit den Warnstreiks will Verdi kurz vor der dritten Tarifrunde für die Beschäftigten der Kommunen und des Bundes den Druck erhöhen. Die voraussichtliche Abschlussrunde startet am 15. April in Potsdam und soll Anfang bis Mitte der Woche dort enden. Erwartet wird als Verhandlungsführer des Bundes Innenminister Horst Seehofer (CSU).

Der Bund und der kommunale Arbeitgeberverband VKA haben bislang kein Angebot vorgelegt. Die Gewerkschaft Verdi und der Beamtenbund dbb, der auch Angestellte vertritt, fordern für bundesweit rund 2,3 Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Ab heute bis Freitag sind regional unterschiedlich weitere Arbeitsniederlegungen geplant.

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