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Coronavirus Sozialministerium sucht geeignete Standorte für Zentren / Mannheim bietet Maimarkthalle an / Notfallzulassung beantragt

Südwesten bereitet Impfen vor

Mannheim/Stuttgart.Im Südwesten sind die ersten Standorte für die Einrichtung großer Corona-Impfzentren bekannt. Fest steht, dass in den Messen in Ulm, Freiburg und Offenburg Zentren errichtet werden, erklärt Baden-Württembergs Sozialminister Manne Lucha (Grüne) im Interview mit dieser Redaktion. Das Land plane, bis zum 15. Januar in jedem der vier Regierungsbezirke zwei große Impfzentren einzurichten.

Sobald ein Impfstoff verfügbar ist, sollen in den Zentren täglich rund 1500 Impfungen durchgeführt werden. Bei den Verhandlungen über die restlichen Standorte stehe man laut Lucha kurz vor dem Abschluss. „Außerdem haben die vier Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm zugesagt, die Impfzentren zu betreiben und das notwendige Personal zur Verfügung zu stellen“, so Lucha. Unterdessen beantragten das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Pharmariese Pfizer bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für ihren Corona-Impfstoff.

Die Stadt Mannheim hat dem Land die Maimarkthalle als Standort für ein Impfzentrum angeboten. Dort könnten bei Bedarf auch Menschen aus umliegenden Kommunen versorgt werden. Das Land habe sich aber noch nicht entschieden.

Als nächster Schritt sollen Lucha zufolge in den Stadt- und Landkreisen lokale Impfzentren aufgebaut werden. Die Kosten für den Impfstoff übernimmt der Bund.

Personalprobleme in Kliniken

Die grün-schwarze Landesregierung will am Dienstag zudem ein Zehn-Millionen-Euro-Paket für Pflegepersonal in 69 Südwest-Krankenhäusern beschließen. Laut einer Kabinettsvorlage soll damit das Bundesprogramm aufgestockt werden. „Wir werden den Danke-Bonus für das Pflegepersonal in den besonders von der Corona-Pandemie belasteten baden-württembergischen Krankenhäusern aus Landesmitteln um bis zu 500 Euro auf bis zu 1500 Euro pro Person aufstocken“, so Lucha.

Unterdessen bestätigten das Theresien- und Diakonissenkrankenhaus in Mannheim dieser Redaktion, ihre Personallage sei wegen vieler Mitarbeiter in Isolation oder Quarantäne angespannt. Wie auch im Universitätsklinikum müssten derzeit planbare, nicht dringliche Eingriffe verschoben werden.

Die Stadt Mannheim hat am Freitag einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus bestätigt. Ein über 80-jähriger Mann sei in einer Pflegeeinrichtung gestorben. Dem Gesundheitsamt wurden bis 16 Uhr 173 weitere Fälle nachgewiesener Infektionen gemeldet. Darunter sind 125 neue und 48 Fälle aus den vergangenen Wochen, die wegen eines Übermittlungsfehlers nachgemeldet wurden.

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