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Wetter Kraftwerk Philippsburg drosselt wegen hoher Temperaturen im Rhein seine Leistung / Pegel an den Flüssen sinken

Südwesten stöhnt unter Hitze

Archivartikel

rhein-Neckar/offenbach.Deutschland hat gestern den bisher heißesten Tag dieses Sommers erlebt. Die größte Hitze herrschte in Bernburg in Sachsen-Anhalt, wo 39,5 Grad gemessen wurden. Das sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach. Hohe Temperaturen gab es auch im fränkischen Kitzingen (39 Grad), im baden-württembergischen Bad Mergentheim (38,3 Grad) und in Regensburg (38,2 Grad). Für Mannheim meldete der DWD 36,6 Grad.

Jenseits der Rekorde bringen die hohen Temperaturen und die anhaltende Trockenheit aber auch Probleme mit sich. So haben beispielsweise wegen des immer wärmer werdenden Rheins Kraftwerke entlang des Flusses ihren Betrieb heruntergefahren.

Beim Kernkraftwerk Philippsburg wurde die Leistung um bis zu zehn Prozent verringert, wie der Versorger EnBW mitteilte. Dadurch solle der Anstieg der Wassertemperatur im Rhein durch das Wiedereinspeisen des genutzten Kühlwassers begrenzt werden. Das Unternehmen hat ebenfalls einen Block seines Steinkohle-Dampfkraftwerks im Karlsruher Rheinhafen abgestellt. Im Grosskraftwerk Mannheim (GKM) gibt es noch keine kühlwasserbedingte Lasteinschränkung. Gegen Ende der Woche könnte jedoch die Ausnahmeregelung des Regierungspräsidiums greifen – ab einer Rheinwassertemperatur von 28 Grad darf nur noch der moderne Block 9 Strom erzeugen. Aktuell seien im GKM noch Block 9 und Block 7 mit voller Leistung in Betrieb.

Entlang des Rheins werden weiter sinkende Wasserstände gemeldet. Den Angaben der Kurpfalz Personenschifffahrt zufolge lag der Pegel in Mannheim gestern bei 1,50 Meter. Dadurch müsse bei etlichen Schiffen bereits die Frachtmenge reduziert werden. Den niedrigsten Pegelstand gab es in Mannheim im Sommer des Jahres 2003 mit nur 92 Zentimetern.

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