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Bürgerkrieg Vorwürfe auch gegen Ludwigshafener BASF

Syrien mit Chemikalienbeliefert?

Archivartikel

Essen/Ludwigshafen.Trotz des andauernden Bürgerkrieges sollen deutsche Konzerne waffenfähige Chemikalien nach Syrien geliefert haben. „Bei uns sind entsprechende Anzeigen eingegangen und wir prüfen, ob wir Ermittlungen aufnehmen“, bestätigte Oberstaatsanwältin Anette Milk von der Staatsanwaltschaft Essen dieser Zeitung. Zuvor hatte die „Süddeutsche Zeitung“ darüber berichtet.

Konkret geht es um zwei Chemikalien, die der Essener Chemiegroßhändler Brenntag AG über eine Schweizer Tochterfirma 2014 nach Syrien geliefert haben soll. Die Stoffe können zur Herstellung von Arzneimitteln genutzt werden, aber auch von Giftgas, wie es das Regime von Baschar al-Assad verwendet haben soll. Eine der Chemikalien, namentlich das Diethylamin, soll der Ludwigshafener BASF-Konzern an seinem Standort in Antwerpen produziert haben.

Ein BASF-Sprecher sagte dieser Zeitung, dass das Diethylamin „im Jahr 2014 unter den damals geltenden rechtlichen Rahmenbedingungen, das heißt entsprechend der europäischen Gesetzgebung von 2012, an die Kunden geliefert“ worden sei. Für die Zeit vor 2016 habe man keine Informationen darüber, wohin die Chemikalien womöglich weitergeleitet wurden. Eine solche „Endverbleibserklärung“ gebe es erst seit November 2016. Lieferungen nach Syrien durch BASF seien nicht erfolgt.

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