Thema des Tages

Umwelt Auch in Region gehen Jugendliche auf die Straße statt zum Unterricht / Mehrheit der Bürger unterstützt Protest

Tausende streiken fürs Klima

Berlin/Mannheim.Von Melbourne bis Madrid, von Kapstadt bis Mannheim: Gestern haben bei einem weltweiten Aktionstag Hunderttausende Schüler für mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz demonstriert. Kundgebungen unter dem Motto „Fridays for Future“ („Freitage für die Zukunft“) gab es in fast allen europäischen Metropolen, darunter Rom, Paris, London, Wien sowie in Kopenhagen und Stockholm.

An den Demonstrationen nahmen auch Tausende Schüler aus der Region teil. Angaben der Polizei zufolge gingen rund 1800 junge Menschen in Mannheim durch die Stadt. In Heidelberg seien es 1000 gewesen. Der Sprecher der dortigen Organisatoren, Jannik Rimikis, gab die Zahl hingegen mit 2800 an.

Auch eine Grundschule beteiligte sich am Klimastreik: Laut Polizeiangaben haben in Edingen rund 30 Schüler der ersten bis vierten Klassen teilgenommen.

Auch in Dutzenden anderen deutschen Städten gingen Jugendliche und ihre Unterstützer auf die Straße statt zur Schule – die Veranstalter schätzen ihre Zahl bundesweit auf etwa 300 000. Rund um den Globus waren mehr als 2000 Kundgebungen und Schülerstreiks in mehr als 120 Staaten angekündigt, hierzulande rund 200. Die Kernforderungen: ein schnelles Aus für die klimaschädliche Verbrennung von Kohle, Öl und Gas, keine Subventionen mehr für diese „dreckigen“ Energieträger, mehr Investitionen in erneuerbare Energien aus Windkraft und Sonne.

Altmaier kritisiert Schwänzen

Das aktuelle Politbarometer der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen von gestern ergab: 67 Prozent aller erwachsenen Deutschen finden es gut, dass die Schüler für mehr Klimaschutz demonstrieren, selbst wenn sie dafür die Schule schwänzen. 32 Prozent kritisieren, dass die Demonstrationen während der Unterrichtszeit durchgeführt werden. Auch nach Ansicht von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sollten die Schüler besser in ihrer Freizeit demonstrieren.

Symbolfigur der globalen Protestwelle ist die 16-jährige schwedische Schülerin Greta Thunberg, die seit August 2018 immer freitags für einen beherzteren Kampf gegen den Klimawandel demonstriert, anstatt zur Schule zu gehen. dpa/jor/was