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Anschlagspläne Gruppe aus Chemnitz wollte offenbar am 3. Oktober attackieren

Terrorverdacht: Rechtsextreme in Haft

Archivartikel

Karlsruhe/Chemnitz.Die Polizei hat eine Gruppe von mutmaßlichen Rechtsterroristen aus Chemnitz ausgehoben, die am Tag der Deutschen Einheit einen Anschlag geplant haben soll. Gestern ließ der Generalbundesanwalt sieben Männer festnehmen, die eine rechtsterroristische Vereinigung gegründet haben sollen. Ein achter Mann, der mutmaßliche Anführer, saß bereits in Untersuchungshaft.

Die Gruppe namens „Revolution Chemnitz“ habe am 3. Oktober zur Tat schreiten wollen, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte. Die Mitglieder sollen bewaffnete Angriffe auf Ausländer, Politiker und Journalisten ins Auge gefasst haben. Die Männer wollten demnach mit Gewalt gegen den Rechtsstaat kämpfen und hatten sich auch um halbautomatische Schusswaffen bemüht.

Angriff auf Ausländer

Die Gruppe „Revolution Chemnitz“ plante laut „Süddeutscher Zeitung“, mehr Terror zu verbreiten als der Nationalsozialistische Untergrund (NSU). Aus der abgehörten internen Kommunikation der Gruppe gehe hervor, dass die Extremisten am 3. Oktober eine Aktion planten.

Bei der Durchsuchung ihrer Wohnungen wurden demnach zwar Schlagstöcke, aber keine Schusswaffen gefunden. Die NSU-Terrorzelle aus Sachsen hatte neun Gewerbetreibende türkischer und griechischer Herkunft sowie eine deutsche Polizistin ermordet.

Spätestens am 11. September soll sich die Gruppe formiert haben. Drei Tage später gab es in Chemnitz einen Angriff auf Ausländer – den der Generalbundesanwalt als „Probelauf“ für die Pläne der Gruppe einstuft. 15 Verdächtige, die sich als „Bürgerwehr“ bezeichneten, hatten nach einer Kundgebung der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz Iraner und Pakistaner angegriffen.

Nach bisherigen Erkenntnissen gehören die Beschuldigten der Hooligan-, Skinhead- und Neonazi-Szene im Raum Chemnitz an und sollen sich als führende Personen in der rechtsextremistischen Szene Sachsens verstanden haben. dpa