Thema des Tages

Pandemie RKI vorsichtig optimistisch / Wenig Hoffnung auf gewohnte Weihnachtsfeiern / Zwei Todesfälle in Mannheim

Trendwende lässt auf sich warten

Archivartikel

Berlin/Mannheim/Stuttgart.Wenige Tage vor dem Corona-Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den 16 Ministerpräsidenten zeichnet sich weiterhin keine Entspannung der Lage ab. Das Infektionsgeschehen nehme immer noch in ganz Deutschland zu, Kliniken meldeten zunehmend Engpässe, hieß es am Donnerstag vom Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin. „Wir müssen noch ein paar Monate die Pobacken zusammenkneifen“, kündigte RKI-Chef Lothar Wieler an.

Auch die Spitzen der Bundesregierung machten wenig Hoffnung, dass es nach dem November-Lockdown bald wieder größere, gesellige Runden geben könnte. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte im rbb-Inforadio, Veranstaltungen mit mehr als 10 bis 15 Personen wie etwa Weihnachtsfeiern sehe er „in diesem Winter nicht mehr“. Merkel stimmte die Bevölkerung auf „schwere Wintermonate“ ein.

Soldaten helfen im Klinikum

Am Donnerstagmorgen registrierte das RKI bundesweit fast 22 000 neue Corona-Fälle – knapp 3400 mehr als am Tag zuvor. Auch die Zahl der Intensivpatienten stieg weiter an. Das Robert Koch-Institut zeigte sich dennoch vorsichtig optimistisch, weil die Kurve der Neuinfektionen zuletzt weniger steil anstieg. Für eine Beurteilung der Effekte des Teil-Lockdowns sei es aber noch zu früh.

In Mannheim wurden zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 bekannt. Ein über 80 Jahre alter Mann und eine über 50 Jahre alte Frau starben.

Der Einsatz der Bundeswehr im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Mannheim wird ausgeweitet. Er erstreckt sich nun auch auf das Klinikum. Ab Freitag unterstützen zwölf Soldaten den Coronavirus Diagnose-Stützpunkt. Schon seit Mitte Oktober sind 30 Soldaten für die Kontaktnachverfolgung für das Gesundheitsamt tätig.

Unterdessen zeichnen sich in Baden-Württemberg Engpässe bei Corona-Schnelltests ab. Allein für die Krankenhäuser und Pflegeheime des Landes sind laut Sozialministerium monatlich 2,5 Millionen Tests notwendig. In einer Landtagsdebatte wurde von Klagen aus Heimen berichtet, deren Bestellungen nicht oder nur teilweise ausgeführt worden seien. Heftige Kritik übten Redner von SPD und FDP am Krisenmanagement von Sozialminister Manfred Lucha (Grüne). Viele Handlungsanleitungen seien unklar, kritisierte SPD-Fraktionschef Andreas Stoch. Der FDP-Abgeordnete Jochen Haußmann berichtete von „extremen Engpässen“ bei der Beschaffung der Tests. Große Probleme gebe es auch bei Einmalhandschuhen für größere Hände. Für den Koalitionspartner CDU zeigte sich die Abgeordnete Christine Neumann-Martin unzufrieden mit der Kommunikation des Ministers. Pflegeheime hätten sich hilfesuchend an sie gewandt. dpa/pwr/pre

Zum Thema