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Pandemie RKI-Chef Lothar Wieler gibt sich vorsichtig optimistisch / Wenig Hoffnung auf gewohnte Weihnachtsfeiern

Trendwende lässt auf sich warten

Archivartikel

Berlin/Stuttgart.Ein Winter ohne Weihnachtsfeiern mit Freunden und Kollegen? Nach Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) macht auch das Robert Koch-Institut (RKI) wenig Hoffnung auf größeres geselliges Beisammensein im Dezember. Regeln wie Abstand halten, Masken, Händehygiene und Lüften würden die Bundesbürger noch lange begleiten, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. „Wir müssen noch ein paar Monate die Pobacken zusammenkneifen“, ergänzte er in ungewohnter Deutlichkeit.

Denn die Corona-Lage in Deutschland ist nach RKI-Einschätzung nach wie vor sehr ernst, das Infektionsgeschehen nehme in ganz Deutschland noch immer zu. Kliniken meldeten zunehmend Engpässe, vor allem beim medizinischen Personal, das zum Teil selbst erkranke, berichtete Wieler. „Es ist möglich, dass Patienten nicht mehr überall optimal versorgt werden können.“ Die Zahl der Intensivpatienten und der Toten steige – und werde das mit zeitlichem Verzug weiter tun.

Vorsichtig optimistisch stimme ihn aber, dass die Kurve der Neuinfektionen zuletzt weniger steil gestiegen sei, schilderte Wieler. Noch wisse man aber nicht, ob es sich dabei um eine stabile Entwicklung handele. Es sei abzuwarten, ob sich dies fortsetze. Auch für eine Beurteilung der Effekte des Teil-Lockdowns sei es deshalb noch zu früh. Wie schnell das Infektionsgeschehen abgebremst werden könne, hänge vom Verhalten der Menschen ab.

49 neue Fälle im Kreis Bergstraße

Für den Kreis Bergstraße wurden am Donnerstagabend aus dem Landratsamt 49 neue Infektionsfälle gemeldet – darunter sechs in Bensheim, zehn in Heppenheim, zwei in Zwingenberg und jeweils einer in Lautertal und Lindenfels. Zudem gab es gestern einen weiteren Todesfall in Zusammenhang mit dem Coronavirus – es handelt sich um eine 72 Jahre alte Person aus Hirschhorn.

Aktuelle Infektionsfälle gibt es in folgenden Einrichtungen: Joseph-Heckler-Schule und Liebfrauenschule in Bensheim, Alfred-Delp-Schule Lampertheim, Langenbergschule Birkenau und in einer Kita in Viernheim. Daneben sind Pflegeeinrichtungen in Heppenheim und in Wald-Michelbach betroffen.

Das Landratsamt vermeldete 392 Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage, das entspricht einem Inzidenzwert von knapp 145. Derzeit befinden sich 31 Patienten mit bestätigter Sars-Cov-2-Infektion in einem Krankenhaus im Kreis Bergstraße.

In Hessen sind am Donnerstag 1905 weiterere Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Insgesamt 821 Todesfälle werden mit dem Erreger in Verbindung gebracht, 12 mehr als am Vortag. 275 Corona-Patienten lagen zuletzt hessenweit auf Intensivstationen, das entsprach 16 Prozent aller derzeit belegten Intensivbetten. dpa/lhe/red

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