Thema des Tages

Syrien US-Präsident droht mit Militärschlag / Frankreich entscheidet in kommenden Tagen

Trump an Putin: „Mach’ Dich bereit“

Moskau/Washington.US-Präsident Donald Trump hat offen einen Raketenangriff auf Syrien angekündigt. „Russland hat geschworen, alle Raketen abzuschießen, die auf Syrien abgefeuert werden. Mach’ Dich bereit, Russland, denn sie werden kommen (...)“, schrieb Trump gestern auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Die Raketen seien schön und neu und smart. Die USA wollen damit auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Syrien reagieren, für den sie die Regierung von Präsident Baschar al-Assad verantwortlich machen.

Die Äußerung Trumps wurde allgemein als Provokation Moskaus aufgefasst. Damit ist eine militärische Konfrontation der Großmächte einen Schritt näher gerückt. Der russische Botschafter im Libanon, Alexander Sassypkin, hatte zuvor erklärt, dass Russland – die Schutzmacht Syriens – jegliche US-Rakete auf syrischem Hoheitsgebiet abfangen werde.

Russland mahnt zu Vernunft

Das ohnehin belastete Verhältnis zwischen Washington und Moskau ist weiter drastisch abgekühlt. Trump ging gestern sogar noch einen Schritt weiter: „Unser Verhältnis zu Russland ist jetzt schlechter, als es das je war, und das schließt den Kalten Krieg mit ein“, schrieb der US-Präsident ebenfalls auf Twitter.

Russlands Präsident Wladimir Putin rief dagegen zur Vernunft auf. „Die weltweite Lage wird immer chaotischer“, sagte er in Moskau. „Wir hoffen, dass letztlich der gesunde Menschenverstand die Oberhand gewinnt und die internationalen Beziehungen in eine konstruktive Richtung gehen“, sagte er der Agentur Interfax zufolge bei einem Treffen mit ausländischen Botschaftern im Kreml. Auf die Drohungen Trumps mit einem Angriff in Syrien ging Putin nicht ausdrücklich ein.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte, Angriffe auf „chemische Kapazitäten“ in Syrien seien möglich. Frankreich tausche sich aber mit seinen Partnern aus, vor allem mit den USA und mit Großbritannien. „Wir werden unsere Entscheidung in den kommenden Tagen mitteilen.“ dpa