Thema des Tages

Großbritannien US-Präsident gibt Theresa May Ratschläge / Erneute Attacke Richtung Deutschland wegen Gas-Pipeline

Trump facht Brexitfeuer an

London.US-Präsident Donald Trump hat mit einseitigen Äußerungen zur Brexit-Strategie das britisch-amerikanische Verhältnis schwer belastet. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Großbritanniens Premierministerin Theresa May versuchte er gestern zwar, einige seiner zuvor in einem Interview mit der konservativen Boulevardzeitung „The Sun“ gemachten Äußerungen zu relativieren.

Er wiederholte jedoch seine Einschätzung, Mays größter innenpolitischer Herausforderer, der zurückgetretene Außenminister und Befürworter eines harten Brexit, Boris Johnson, würde einen exzellenten Premierminister abgeben. Mit dem Interview und bereits zuvor bei der Nato in Brüssel gemachten Äußerungen in ähnlicher Richtung hatte Trump seinen Großbritannien-Besuch mit einem Eklat beginnen lassen. Bei den Gesprächen mit May einigten sich beide darauf, nach dem für März 2019 angepeilten Brexit des Vereinigten Königreichs ein gemeinsames Freihandelsabkommen anzustreben. Das Weißbuch Theresa Mays sieht jedoch vor, dass es auch ein Freihandelsabkommen Großbritanniens mit dem Rest der EU geben soll.

May forderte Trump vor dessen Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin zu einem härteren Kurs auf. „Was wichtig ist, ist, dass er ihm aus einer Position der Stärke und einer Position der Einigkeit innerhalb der Nato-Partner gegenübertritt“, sagte May. Die Nato-Länder müssten in der Russland-Frage mit einer Stimme sprechen.

Bange Blicke nach Helsinki

Trump wird nach seinem Aufenthalt in Großbritannien nach Helsinki weiterreisen. In der finnischen Hauptstadt wird er am Montag mit Putin zu einem Gipfel zusammentreffen. Trump selbst erklärte, sein Kurs gegenüber Moskau sei strikt, auch wenn er wiederholt betonte, ein gutes Verhältnis mit Putin anzustreben. „Wir sind viel härter gegenüber Russland gewesen als jeder andere“, sagte Trump. Der US-Präsident übte erneut scharfe Kritik am Russland-Kurs Deutschlands. Die deutsche Zustimmung zum Bau der Pipeline Nordstream 2 sei „entsetzlich“. „Ich denke, dass es ein furchtbares Ding ist, was da gemacht wird, wenn man Milliarden und Abermilliarden Dollar vor allem aus Deutschland und anderen Ländern, aber vor allem aus Deutschland, in die Kasse Russlands spültEr wiederholte seine Kritik vom Nato-Gipfel, Deutschland beziehe bis zu 70 Prozent seiner Energie aus Russland. Die Vertretung der Bundesrepublik bei der Nato hatte bereits zuvor klargestellt, Deutschland beziehe nur 23 Prozent seines Energiebedarfs aus Russland .“. dpa