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Gesundheit Behörden suchen nach weiteren Infizierten / Bislang 113 Personen betroffen

Tuberkulose: Erstklässler in Bad Schönborn getestet

Archivartikel

Bad Schönborn.Nach dem Tuberkulose-Ausbruch in Bad Schönborn sind am Freitag in der Franz-Josef-Kuhn-Grundschule im Ortsteil Langenbrücken zehn weitere Kinder auf die Krankheit getestet worden. Sie besuchten im vergangenen Schuljahr dieselbe erste Klasse wie ein bereits erkrankter Junge. In den kommenden Tagen und Wochen sollen noch weitere Klassenkameraden untersucht werden. Bislang gehen die Behörden von vier Erkrankten und 109 Infizierten in Bad Schönborn aus. Mit weiteren Fällen sei zu rechnen, hieß es.

Das Gesundheitsamt Karlsruhe betonte, dass längst nicht alle Infizierten erkrankten. Bei Kindern betrage die Rate etwa 15 Prozent. Auch Felix Herth, Ärztlicher Direktor der Thoraxklinik Heidelberg, warnte vor Panikmache. „Dafür gibt es keinerlei Grundlage.“ Tuberkulose sei in Deutschland extrem selten und gut behandelbar. Die Krankheit wird durch Bakterien ausgelöst und betrifft vor allem die Lunge. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektionen.

Eine erste Erkrankung war bereits vor den Pfingstferien bei einem Achtklässler der Michael-Ende-Gemeinschaftsschule in Bad Schönborn diagnostiziert worden. „Der Junge kam danach sofort ins Krankenhaus und hat die Schule seither nicht mehr besucht“, sagte Knut Bühler, stellvertretender Landrat in Karlsruhe, dieser Zeitung – und trat damit Gerüchten entgegen, der Junge sei nach der Diagnose noch in der Schule gewesen.

Hohe Ansteckungsrate

Da Untersuchungen zeigten, dass der Achtklässler hochinfektiös war, ordneten die Behörden sofortige Tests bei Kontaktpersonen an. Dabei wurden drei weitere erkrankte Kinder gefunden – darunter der jüngere Bruder des Patienten, der die Franz-Josef-Kuhn-Grundschule besucht. Er galt allerdings nicht als hochansteckend. Seine Klassenkameraden werden derzeit untersucht.

Ungewöhnlich an dem Ausbruch in Bad Schönborn ist die hohe Ansteckungsrate, wie Bühler betonte. So seien 88 Prozent aller Achtklässler der Michael-Ende-Schule infiziert. In den anderen Jahrgängen sind es rund 18 Prozent. Auch elf Erwachsene sind betroffen.

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