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Straftaten Polizei verzeichnet mehr Körperverletzungen / Kameras helfen Gerichten

Übergriffe in Bus und Bahn nehmen stark zu

Archivartikel

Mannheim/Stuttgart.In Bussen und Bahnen der Region werden mehr Straftaten begangen. Das Polizeipräsidium Mannheim bestätigte gestern auf Anfrage dieser Zeitung eine Zunahme der Aggressionsdelikte wie Körperverletzungen im Öffentlichen Personennahverkehr.

Den Angaben zufolge gab es im vergangenen Jahr 596 Straftaten, das waren 163 mehr als noch vor drei Jahren. Am häufigsten werden laut Mannheimer Polizei Körperverletzungen in Zügen, Straßenbahnen und Bussen, aber auch an Bahnhöfen sowie Haltestellen verzeichnet. In ganz Baden-Württemberg wurden dem Stuttgarter Innenministerium zufolge im vergangenen Jahr 5693 Personen in Bussen und Bahnen Opfer von Gewalt – 2015 waren es 1152 weniger.

Zusätzliche Begleiter geplant

Zwei Drittel der Delikte in dem Bundesland waren Körperverletzungen. Festgestellt wurden aber auch Mord, Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und Raub, wie aus einer Landtagsanfrage der Grünen an die Landesregierung hervorgeht, die dieser Zeitung vorliegt. Die Mannheimer Landtagsabgeordnete Elke Zimmer (Grüne) sieht die Verkehrsunternehmen in der Pflicht: Diese sollten bei ihren Sicherheitskonzepten weiter nachbessern. Das Verkehrsministerium erklärte, dass es aktuell Gespräche zwischen DB Regio und Ministerium zur Ausdehnung der Sicherheitsbegleitung in Zügen gebe.

Beim Amtsgericht Mannheim werden Fälle, in denen es um Gewalttaten in Bussen oder Straßenbahnen geht, statistisch nicht gesondert erfasst. „Generell können wir aber sagen, dass die Aufnahmen der Videokameras, die teilweise in Straßenbahnen installiert sind, erheblich zur Aufklärung solcher Fälle beitragen“, sagt Gerichtssprecher Gunter Carra. „Die Qualität der Bilder ist sehr gut, das hilft unter anderem auch bei der Identifizierung von Tätern.“

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