Thema des Tages

Krankenhäuser Mannheim und Heidelberg sollen zusammengehen / Folgen für das Kreiskrankenhaus in Heppenheim unklar

Unikliniken sollen fusionieren

Archivartikel

Mannheim/Bergstraße.Für das in schweren Finanznöten steckende Mannheimer Klinikum zeichnet sich eine Rettung ab. Es soll mit dem Uniklinikum in Heidelberg fusionieren und somit in die alleinige Trägerschaft des Landes Baden-Württemberg übergehen. Die finanziellen Fragen müssen erst noch geklärt werden. Nach Informationen dieser Redaktion wird die Stadt aber einstweilen für „Altlasten“ und bereits geplante Infrastruktur-Investitionen – wie das Großbauprojekt „Neue Mitte“ – weiter mit aufkommen müssen.

Erstellt wurden die Fusionspläne, die am Freitag offiziell vorgestellt werden, von den beiden Universitätskliniken in Mannheim und Heidelberg. „Mir war sehr wichtig, dass das Konzept nicht aus Stuttgart vorgegeben, sondern von den Verantwortlichen vor Ort erarbeitet wird. Das hat eben auch seine Zeit gebraucht“, sagte die Stuttgarter Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) dieser Redaktion.

Ganze Region könnte profitieren

Bisher ist das Mannheimer Klinikum eine städtische Tochter. Das Land ist nur über die medizinische Fakultät beteiligt, die zur Universität Heidelberg gehört. Geplant ist nun, dass beide Krankenhäuser als medizinische Maximalversorger bestehen bleiben, aber unter ein organisatorisches Dach kommen. „Aus beiden Universitätsklinika pro forma eines zu machen und jedes macht an seinem Standort so weiter wie bisher, kommt nicht in Frage“, betonte Bauer. Erwartet wird eine Zusammenarbeit vor allem in logistischen und versorgungstechnischen Bereichen. Allerdings dürften auch besonders spezielle Behandlungen künftig an einem Standort gebündelt werden.

Die Ärztlichen Direktoren aus Mannheim und Heidelberg, Hans-Jürgen Hennes und Ingo B. Autenrieth, versicherten, es handele sich um eine Fusion „auf Augenhöhe“. Langfristig rechneten sie mit zusätzlichen Arbeitsplätzen an beiden Standorten. Das gemeinsame Universitätsklinikum wird bei der Betten- und Patientenzahl auf dem Niveau der Berliner Charité liegen, dem größten deutschen Krankenhaus. Das gilt als immenser Vorteil.

Das Konzept muss in der grün-schwarzen Stuttgarter Koalition geprüft und die Finanzierung geklärt werden. Ob es noch vor der Landtagswahl im März 2021 beschlossen werden kann, ist offen. Umgesetzt werden soll die Fusion schon Anfang 2022. Der Handlungsdruck, der hier bestehe, sei „im Landtag sicher bereits angekommen“, so Bauer.

Die Pläne könnten auch Auswirkungen auf den Kreis Bergstraße haben: Das Uniklinikum Heidelberg trägt seit 2012 zu 90 Prozent das Kreiskrankenhaus in Heppenheim, die restlichen zehn Prozent Anteile hält der Kreis selbst. Jüngst beschloss der Bergsträßer Kreistag einen Zuschuss von bis zu 50 Millionen Euro, mit denen die Generalsanierung zu Ende gebracht und die Klinik für die Zukunft fit gemacht werden soll. sma/kbw

Zum Thema