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Militär Panzer werden quer durch Europa verlegt / Mannheim eine der Drehscheiben

USA starten Großmanöver

Archivartikel

Berlin/Mannheim.Lange Kolonnen in der Nacht auf Autobahnen und Güterzüge voller Panzer – ab diesem Montag wird man in Deutschland so viel Militär wie seit langem nicht mehr sehen. Die amerikanischen Streitkräfte starten mit „Defender Europe 2020“ das größte Manöver in Europa seit mehr als 25 Jahren. Mannheim mit der großen Coleman-Kaserne in Sandhofen zählt dabei zu den Drehscheiben.

Kern der Übung ist die Verlegung von Soldaten aus den USA über Deutschland nach Polen und ins Baltikum. Dort sollen sie demonstrieren, dass die Ostflanke der Nato geschützt wird – ein Signal an Russland. Das Bündnis zieht damit die Konsequenz aus dem russischen Überfall auf die zur Ukraine gehörende Halbinsel Krim im Jahr 2014.

Von den 37 000 Soldaten, die an dem Manöver teilnehmen, werden 20 000 aus den USA nach Europa verlegt – teilweise mitsamt ihren Fahrzeugen. „Die Vereinigten Staaten senden ein sichtbares Zeichen, dass sie ihren Beitrag für den Schutz Europas ernst nehmen“, so die Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Die 18 teilnehmenden Staaten übten „die Fähigkeit zur strategischen Verlegung“ und bewiesen „die Ernsthaftigkeit der engen Partnerschaft im Bündnis und die Bereitschaft zu praktischer Zusammenarbeit für unsere Sicherheit“, erklärte Kramp-Karrenbauer. Die Bundeswehr unterstütze die Übung, „um einen sichtbaren Beitrag im Bündnis zu leisten“, auch wenn dies eine „logistische und administrative Herausforderung“ darstelle.

Reservisten haben in Mannheim geprüft, welche Strecken sich für die Kolonnen eignen. In ganz Deutschland handelt es sich um etwa 4000 Kilometer an Konvoi-Routen. Dazu zählen die Strecken Düsseldorf – Mannheim – Nürnberg – Dresden sowie Bremerhaven – Hannover – Frankfurt – Mannheim. In der Coleman-Kaserne gelagertes Gerät wird nach Osteuropa gebracht, weiteres Gerät dort gewartet. Die Kaserne gilt auch als möglicher „Rastraum“ von Konvois, die nur nachts unterwegs sein sollen. Insgesamt werden für die Übung 14 See- und Flughäfen in Westeuropa genutzt.

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