Thema des Tages

Katholische Kirche Bischöfe aus aller Welt diskutieren drei Wochen über Ökologie und Zölibat

Vatikan sucht Wege aus dem Priestermangel

Archivartikel

Rom.Brände im Amazonasgebiet und das Liebesleben von Priestern – weiter entfernt könnten zwei Themen eigentlich kaum voneinander liegen. Nicht so im Vatikan. Dort muss Papst Franziskus die kommenden drei Wochen einen gewaltigen Spagat schaffen. Ab Sonntag kommen die Bischöfe aus aller Welt zu einem Treffen zusammen, das den Titel „Amazonas-Synode“ trägt. In gewisser Weise handelt es sich dabei um zwei Brandherde. Der eine ist für das Ökosystem bedrohlich. Der andere für den Zusammenhalt der katholischen Kirche.

Auf der Synode namens „Amazonien: neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“ sollte es eigentlich vor allem um ökologische Fragen zu der abgelegenen Region in Südamerika gehen. Was sich sehr regional anhört, hat allerdings Bedeutung für die Kirche auf der ganzen Welt. Grund dafür ist ein Thema mit besonderer Sprengkraft: die Weihe verheirateter Männer. Im Amazonasbecken herrscht seit Jahrzehnten enormer Priestermangel. Während in Deutschland ein Geistlicher 2000 Katholiken betreut, sind es im Amazonasgebiet geschätzt 14 000. Daher könnten sogenannte „Viri probati“ Abhilfe schaffen. Diese aus katholischer Sicht vorbildhaften Männer könnten zur Weihe zugelassen werden. Die Regenwald-Region könnte zum Testballon für die Weltkirche werden – und damit steht auch der Zölibat, also die Ehelosigkeit von Priestern, im Zentrum der Debatte. dpa

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