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Turley-Areal Hoher Gewinn sorgt für Zündstoff

Verkauf als „skrupellos“ kritisiert

Archivartikel

Mannheim.Die SPD im Mannheimer Gemeinderat hat den Verkauf von Baugrundstücken zum sechsfachen Preis als „skrupelloses Vorgehen“ des Frankfurter Investors Tom Bock bezeichnet. „Wir verurteilen dies aufs Schärfste“, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Stadtrat Reinhold Götz.

Für die CDU bemängelte Fraktionschef Claudius Kranz, dass die städtische Projektgesellschaft MWSP „offenbar nicht ausreichend Beratung durch einen auf Immobilien spezialisierten Juristen“ genutzt habe. Kritik kam auch von Freien Wählern, FDP und Linkspartei. Die Bürgerfraktion beantragte einen Akteneinsichtsausschuss.

Investor Bock hatte – wie berichtet – vor gut drei Jahren für sechs Millionen Euro etwa 13 000 Quadratmeter in Turley gekauft – das entspricht der Größe von zwei Fußballfeldern – und nun für 36 Millionen Euro weiterveräußert. Eine Wertschöpfungsklausel, also die Beteiligung des Verkäufers an Spekulationsgewinnen, wurde in den Kaufverträgen nicht festgelegt. Dies bestätigte der Geschäftsführer der MWSP, Achim Judt.

Der Verzicht auf diese Klausel sei vor dem Hintergrund der damaligen Entwicklung zu bewerten, so Judt. 2012 habe der Immobilienmarkt als „schwer vorhersehbar“ gegolten. Investor Bock hatte sich 2012 beim Kauf anderer Turley-Grundstücke eine Option auf die unbebauten Baufelder 4 und 5 gesichert, die er 2015 in Anspruch nahm. lang

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