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Mannheim Brand in Müllabwurfschacht sorgt für Großeinsatz / 550 Bewohner müssen auswärts schlafen

Verrauchtes Hochhaus am Neckarufer komplett geräumt

Archivartikel

Mannheim.Nach einem Brand im Müllabwurfschacht des mittleren Hochhauses an der Neckarpromenade musste das komplette Gebäude am Montagnachmittag geräumt werden. Die 550 Bewohner dürfen mindestens bis zum Dienstagmorgen nicht zurückkehren. Wie lange die Löscharbeiten dauern, ist noch völlig offen.

Karlheinz Gremm, der Kommandant der Mannheimer Feuerwehr, rechnete mit einer langen Nacht für die Einsatzkräfte. „Das Problem ist die erhebliche Verrauchung des gesamten Hochhauses“, erklärte Erster Bürgermeister Christian Specht. Er sprach von einer „größeren Lage“. Alarmiert wurden sämtliche verfügbaren Feuerwehrleute und Rettungskräfte aus Mannheim, aber auch aus der Region kam viel Unterstützung – insgesamt mehr als 200 Männer und Frauen. So schickte Schwetzingen Atemschutzgeräte, der Kreis Bergstraße einen Einsatzleitwagen.

Rauch breitet sich aus

Zunächst ging die Feuerwehr davon aus, dass nur Abfall brennt. Doch dann stellte sich heraus, dass die Flammen die Dämmung des Abwurfschachts erfasst und dort an zahlreichen Stellen einen sich weiter ausbreitenden Schwelbrand ausgelöst haben, der nur schwer zu löschen ist.

„Das Feuer hat sich quasi versteckt“, so Gremm: „Wir müssen mit Brachialgewalt versuchen, an die Glutnester heranzukommen“, erläuterte er. Dazu werde die Feuerwehr mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks den Schacht, der sich vom zweiten Untergeschoss bis zum 30. Stockwerk erstreckt, überall aufstemmen.

„Wir mussten erkennen, dass diese Brandbekämpfung keinen Sinn macht, wenn noch Bewohner im Haus sind. Daher haben wir uns zu einer Evakuierung entschlossen“, sagte Specht. Durch die Löscharbeiten würde sich verstärkt Rauch und Ruß im gesamten Haus ausbreiten. Anfangs waren die Bewohner noch aufgefordert worden auf den Balkonen oder in den Wohnungen zu bleiben. Wer Symptome von Rauchgasvergiftung zeigte, wurde aber vom Rettungsdienst herausgeholt und ambulant in einer benachbarten Schule versorgt – insgesamt 30 Personen. Ins Krankenhaus musste aber niemand. „Alle hatten nur leichte Beschwerden“, so Dominik Hinel. Einsatzleiter Rettungsdienst.

Die als Anlaufstelle und Notunterkunft für die Hochhausbewohner eingerichtete Turnhalle wurde aber von den Anwohnern laut Specht „deutlich geringer als gedacht“ angenommen.

Zur Schadenshöhe und Brandursache konnte die Polizei zunächst noch keine Angaben machen.