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Wahl Ex-Mannheimer Ditib-Generalsekretär tritt für AKP an

Vier Parteien finden sich gegen Erdogan

Archivartikel

IstaNBUL/mANNHEIM.Sieben Wochen vor den Präsidenten- und Parlamentswahlen in der Türkei haben vier Oppositionsparteien ein Wahlbündnis gegen die regierende AKP von Präsident Recep Tayyip Erdogan gebildet. Der Sprecher der größten Oppositionspartei CHP, Bülent Tezcan, nannte als wichtigste Ziele die Wiederherstellung der vollen Rede- und Pressefreiheit. Auch solle die Justiz unabhängiger von der Regierung werden.

Die CHP schloss das „Volksallianz“ genannte Bündnis mit der nationalkonservativen lyi-Partei, der islamistischen Saadet-Partei und der konservativen Demokratischen Partei.

Weitere Investitionen

Drei der Parteien stellen jedoch jeweils eigene Kandidaten zur Präsidentenwahl auf. Erdogan kritisierte die „Volksallianz“ und sagte, es fehle ihr an Prinzipien. Der Amtsinhaber kündigte im Falle eines Wahlsiegs neue Investitionen an. Die islamisch-konservative AKP war bereits vor Wochen ein Wahlbündnis mit der ultranationalistischen MHP eingegangen. Der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Michael Roth, sprach sich für eine engere Zusammenarbeit mit Ankara aus. Er war gestern zu einem Besuch bis Dienstag in die Türkei gereist

Derweil wurde bekannt, dass der frühere Mannheimer und ehemalige Generalsekretär der türkischen Religionsbehörde Ditib, Bekir Alboga, am 24. Juni bei der Wahl antritt. Der 55-Jährige hat sich für die Erdogan-Partei AKP in der Provinz Konya in Zentralanatolien aufstellen lassen. Alboga bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung seine Kandidatur. Weitere Angaben wollte er nicht machen.

Alboga war in Mannheim mehrere Jahre Vorsteher der Yavuz-Sultan-Selim-Moschee im Stadtteil Jungbusch und Generalsekretär in Deutschland für die teils umstrittene Ditib. Auch war er Sprecher des Koordinierungsrats der Muslime. 2013 erwarb er neben der türkischen die deutsche Staatsangehörigkeit. Die AKP erreichte bei der jüngsten Wahl im November 2015 im flächenmäßig größten Wahlkreis Konya 73,9 Prozent. Die Provinz gilt als AKP-Hochburg. dpa/lü

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