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Coronavirus Bevölkerung, Wirtschaft und Gesellschaft spüren immer mehr die Auswirkungen / Auch die Kulturszene an der Bergstraße muss die Folgen verkraften

Volle Wucht der Krise wird deutlich

Archivartikel

Berlin/Wiesbaden/Bergstraße.Immer mehr Staaten kapseln sich angesichts der Corona-Pandemie ein – mit dramatischen Folgen für ihre Bürger, die Wirtschaft und andere Bereiche wie etwa Sport und Kultur. Während die Bundesländer am Dienstag die Vorbereitungen für ein beispielloses Herunterfahren des öffentlichen Lebens trafen, sprach die Bundesregierung eine weltweite Warnung für touristische Reisen aus. Außenminister Heiko Maas (SPD) kündigte eine „Luftbrücke“ für im Ausland gestrandete Deutsche an.

Die Krise trifft die Wirtschaft inzwischen mit immer größerer Wucht. Auch beim weltgrößten Autokonzern VW sollen schon bald die Bänder stillstehen, ebenso bei Audi, Skoda und Daimler. Die Deutsche Bahn reduziert ihre Beförderungskapazitäten: Sie lässt auf manchen Strecken ihre ICE-Züge jetzt nur noch mit der Hälfte der üblichen Waggons fahren. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag warnte wegen der Folgen der Corona-Krise vor einer Pleitewelle.

Angesichts vieler leerer Regale in deutschen Supermärkten bemühte sich Agrarministerin Julia Klöckner (CDU), die Bevölkerung zu beruhigen. „Die Lebensmittelversorgung ist gesichert“, beteuerte die CDU-Politikerin in Berlin. „Ich will klar sagen: Die Supermärkte bleiben offen.“ Gesichert ist laut Deutscher Bundesbank auch die Versorgung der Bevölkerung mit Bargeld.

Bis Dienstag gab es in Deutschland rund 8600 Infektionen. 23 Menschen starben an den Folgen einer Corona-Infektion.

In Wiesbaden hat im Zuge der Corona-Krise am Dienstag erstmals der Krisenstab der Hessischen Landesregierung getagt. Den Vorsitz hat Innenminister Peter Beuth (CDU). Der Stab ermöglicht nach Angaben des Innenministeriums, die Vielzahl der ressortübergreifenden Maßnahmen zentral zu steuern.

Am heutigen Mittwoch treten drastische Regelungen der Bundesregierung und der Regierungschefs der Bundesländer in Kraft, die dazu dienen sollen, die sozialen Kontakte im öffentlichen Bereich einzuschränken und die Ausbreitung der Corona-Epidemie in Deutschland zu verlangsamen. Zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte sowie Freizeit-, Kultur- und Sportstätten bleiben geschlossen. Ausnahmen gibt es u. a. für die Bereiche Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränke, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarf sowie Großhandel. Restaurants und Speisegaststätten dürfen frühestens ab 6 Uhr geöffnet werden und müssen spätestens um 18 Uhr schließen.

Ernst ist die Lage im Kreis Bergstraße beispielsweise für die Anbieter von Kulturveranstaltungen, weil ihnen durch die am vergangenen Wochenende erfolgte generelle Schließung ihrer Bühnen und die Absage zahlreicher geplanter Termine gravierende finanzielle Folgen entstehen. dpa/lhe/red

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