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Hochstraße Süd in Ludwigshafen Firma stellt Konzept vor

Vor dem Abriss: 2500 Stämme als Stütze

Von Thomas Schrott

Ludwigshafen. Die Vorbereitungen für den Rückbau der Hochstraße Süd in Ludwigshafen beginnen bereits am kommenden Montag. Der eigentliche Abriss soll Mitte Februar starten und bis Mitte Juni beendet sein. Diesen Zeitplan stellte der technische Leiter der Spezialfirma Moß aus Lingen, Stefan Feldmann, am Montag vor.

Um das einsturzgefährdete Bauwerk zu sichern, werde das Unternehmen vor Ort in Ludwigshafen eine Holzstammkonstruktion mit 2500 Bäumen errichten, die mit zwei ferngesteuerten Speziallastern unter die Hochstraße geschoben wird. „Holz ist schnell verfügbar und kann viel höhere Lasten aushalten als Stahlrohre“, begründete Feldmann die Vorgehensweise. Die etwa sieben Meter langen Stämme mit einem Durchmesser von 30 Zentimetern wurden im Sauerland gefällt.

Nach der Abstützung des 500 Meter langen Brückenteils wird der Asphalt der Hochstraße mit einem ferngesteuerten Gerät abgefräst und abgesaugt, da niemand das Bauwerk betreten darf. Für den Abbruch setzt die Firma vier Bagger ein, darunter ein 70-Tonnen-Gerät. Beim Rückbau fallen nach Angaben des Unternehmens insgesamt rund 25 000 bis 30 000 Tonnen Material an.

„Das Projekt stellt eine gewisse Herausforderung dar – wegen der umfangreichen Vorbereitungen mit den Abstützungskonstruktionen“, beurteilte Feldmann die Situation. Beim eigentlichen Abriss des Bauwerks gebe es aber keine Besonderheit. Deshalb sei der vorgelegte Zeitplan realistisch.

Wichtig für den Straßenbahnverkehr ist der Abbruch der Hochstraße im Bereich Mundenheimer Straße. Dort soll der Rückbau bis Ende März beendet sein. Spätestens ab 1. Mai fahren die Bahnen wieder den Berliner Platz an, kündigte der Leiter des Ludwigshafener Tiefbauamtes, Björn Berlenbach, an. Wegen Einsturzgefahr der Hochstraße und Sperrungen der Durchfahrten läuft der rheinüberschreitende Straßenbahnverkehr seit 22. November nur eingeschränkt.

Neubau bis 2025?

Die reinen Abrisskosten liegen bei weniger als 5,35 Millionen Euro und damit im Rahmen der städtischen Kalkulation, sagte Berlenbach. Die Stadtverwaltung hatte den Auftrag an die zertifizierte Spezialfirma Moß vergeben, weil sie über umfangreiche Erfahrungen beim Abbruch in schwierigen Innenstadtlagen verfüge.

Weiterhin unklar ist indes der Zeitplan für den Neubau der Hochstraße Süd. Die Stadtverwaltung hofft auf ein Beschleunigungsgesetz für solche Vorhaben, das der Bund im Februar beschließen soll. Berlenbach sagte dazu: „Damit könnte das Ersatzbauwerk in etwa fünf Jahren fertig sein – anderenfalls dauert es gut doppelt so lange.“

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