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Pandemie Anwendung dürfte schon am Montagabend zum Herunterladen bereitstehen / Uni Mannheim: Anstieg der Akzeptanz

Warn-App startet am Dienstag

Archivartikel

Berlin/Mannheim.Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird am Dienstag vorgestellt und zur Benutzung freigeschaltet. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag in Berlin. Letzte Tests seien gut verlaufen, hieß es. Zum Herunterladen dürfte die App bereits am Montagabend in den Stores von Google und Apple bereitstehen. Mit der App sollen die Infektionsketten besser erkannt werden. Sie soll dafür sorgen, dass bei einer Lockerung für das öffentliche Leben die Ausbreitung des Virus nicht wieder stark ansteigt.

Nach weiteren dpa-Informationen soll die App am Dienstagvormittag von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Innenminister Horst Seehofer (CSU), Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) und Vertretern der an der Entwicklung beteiligten Unternehmen – Telekom-Vorstandschef Timotheus Höttges und SAP-Chief Technology Officer (CTO) Jürgen Müller – präsentiert werden.

Besitzer eines geeigneten Smartphones können freiwillig entscheiden, ob sie die Warn-App installieren wollen oder nicht. Die App kann auch nachträglich wieder deaktiviert oder deinstalliert werden.

Die App misst über den Kurzstreckenfunk Bluetooth, ob sich Anwender über einen Zeitraum von 15 Minuten oder länger näher als ungefähr zwei Meter gekommen sind. Dabei werden stoßweise alle zweieinhalb bis fünf Minuten anonymisierte Identifikationsnummern übertragen. Der Ort der Begegnung wird dabei aber nicht erfasst. Wird ein Nutzer positiv auf Covid-19 getestet und diese Information in der App geteilt, werden die anderen Anwender informiert, dass sie sich in der Vergangenheit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben.

Jeweils 1500 Menschen befragt

Es müssten etwa 60 Prozent der Bevölkerung die App nutzen, damit der Schutz funktioniert. Mit Blick auf die Akzeptanz der Nutzer könnte womöglich das Infektionsgeschehen selbst ausschlaggebend sein. Darauf deutet eine Untersuchung der Universität Mannheim hin. Dabei wurden zunächst im Juli 2019 und dann Anfang April 2020 – also während der Pandemie – jeweils etwa 1500 Menschen befragt. Unter anderem wollten die Forscher wissen, wie groß die Bereitschaft ist, Gesundheitsdaten an Behörden weiterzugeben, um die Ausbreitung einer Infektionskrankheit zu bekämpfen. Vorausgesetzt, die Daten sind sicher.

Im Juli 2019 hätten nur etwa 17 Prozent der Befragten einen solchen Schritt akzeptiert. Im April gaben hingegen 46 Prozent der Studienteilnehmer an, sie würden ihre Daten an einen öffentlichen Empfänger weitergeben. „Die genauen Prozentzahlen lassen sich nicht einfach auf die gesamte Bevölkerung übertragen, doch wir finden insgesamt ganz klar einen Anstieg der Akzeptanz in unserer Studie“, sagte ein Forscher dem „MM“. dpa/wol

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