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Migration Mehrfach-Asylanträge innerhalb der EU problematisch

Weniger illegale Einreisen nach Europa

Archivartikel

Berlin.Die Zahl der irregulären Grenzübertritte an den EU-Außengrenzen ist nach Angaben der europäischen Grenzschutzagentur Frontex 2019 stark gesunken. Bis Jahresende dürften rund 122 000 illegale Einreisen in die Europäische Union (EU) gezählt werden, sagte Frontex-Direktor Fabrice Leggeri der „Welt“. Im Vergleich zum Vorjahr sei das ein Rückgang um rund zehn Prozent und deutlich weniger als im Jahr 2015, als 1,2 Millionen unerlaubter Grenzübertritte registriert wurden.

„Die Zahlen sind aktuell zwar geringer, der Migrationsdruck nach Europa bleibt aber gewaltig“, sagte Leggeri. „Außerdem beschäftigten uns die vielen Migranten, die in den vergangenen Jahren in die EU gekommen sind.“ Relativ viele reisten innerhalb des Schengen-Raums weiter. „Sie stellen in mehreren Mitgliedsstaaten Asylanträge – das verstößt gegen die EU-Regeln.“

Warnung vor Alleingang

In der Diskussion über eine Aufnahme minderjähriger Migranten aus griechischen Lagern warnt der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn derweil davor, dass nur einzelne Staaten wie Deutschland Menschen aufnehmen. „Ein Alleingang einiger weniger Staaten reicht nicht aus“, sagte er dem „Spiegel“.

Ende vergangener Woche hatte Grünen-Chef Robert Habeck eine Debatte entfacht, indem er sich dafür starkmachte, dass Deutschland bis zu 4000 Kinder von den griechischen Inseln holt. Nach jüngsten Angaben der EU-Kommission waren auf den Ägäis-Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos zuletzt allerdings nur 1922 unbegleitete Minderjährige registriert (Stand 20. Dezember). In ganz Griechenland waren es Ende November 5276 – davon sind nur neun Prozent jünger als 14 Jahre und damit im Sinne des Jugendschutzgesetzes Kinder.

Die meisten Migranten gelangten in diesem Jahr über die Ägäis nach Europa. Die Zahl der Migranten, die Italien auf dem Seeweg erreichen, hat sich hingegen in diesem Jahr im Vergleich zu 2018 halbiert. Gegenüber 2017 ergibt sich sogar ein Rückgang um gut 90 Prozent, wie aus einer neuen Statistik des Innenministeriums in Rom hervorgeht. Demnach landeten 2019 bis zum 24. Dezember 11 439 Migranten an den italienischen Küsten. Die meisten Migranten (2654) kamen aus Tunesien, Pakistan mit 1180 und der Elfenbeinküste mit 1135 Ankömmlingen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will einem Medienbericht zufolge im Januar den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan treffen. Merkel plane, dazu nach Ankara zu fliegen, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Eine Bestätigung dafür gab es von der Bundesregierung zunächst nicht. Erdogan hatte zuletzt angesichts der schweren Luftangriffe in Nordsyrien und Zehntausender fliehender Menschen vor einer „neuen Migrationswelle“ in Richtung Europa gewarnt. dpa

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