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Corona-Pandemie Nach der Weihnachtspause werden wieder mehr Betroffene registriert / Infektionszahlen für Bensheim nach unten korrigiert

Wieder mehr als 100 Neuinfektionen an einem Tag im Kreis Bergstraße

Archivartikel

Wiesbaden/Bergstraße.Nach den Weihnachtsfeiertagen hat die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen im Kreis Bergstraße wieder dreistellige Werte erreicht. Für gestern meldete das Landratsamt 109 weitere Fälle. Die Gesamtzahl der Infektionen seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 4801. Fünf Infektionen, die am 11. Dezember aus Bensheim gemeldet wurden, werden laut der Mitteilung aufgrund einer Überprüfung der Labormeldung nicht länger als Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus betrachtet. Die Statistik sei korrigiert worden.

Die neuen Fälle stammen unter anderem aus Bensheim (10), Einhausen (2), Heppenheim (11), Lautertal (3), Lindenfels, Lorsch (3) und Zwingenberg (2). Drei weitere Todesfälle wurden gestern ebenfalls bekannt, darunter ist eine 87-jährige Person aus Bensheim.

Neu betroffen sind unter anderem ein Pflegeheim in Bensheim sowie Gemeinschaftsunterkünfte in Bensheim und Lorsch. Dem Kreis sind zurzeit 1028 Infizierte bekannt. In den Bergsträßer Krankenhäusern würden 71 Patienten behandelt. Darunter seien 62 mit einer festgestellten Infektion. Beim Rest liege ein Verdacht auf eine Erkrankung vor.

Wie aus der Mitteilung des Landratsamts weiter hervorgeht, gab es 313 Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage, was einer Quote von 115,72 Infektionen pro 100 000 Einwohnern (Inzidenz) entspricht. Die Fallzahl war höher als vor Wochenfrist (81). Die Inzidenz wird daher heute weiter steigen auf 126.

Ein Rechtsanwalt aus Pfungstadt hat einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht in Darmstadt zurückgezogen, mit dem er erreichen wollte, dass die nächtliche Ausgangssperre im Landkreis Darmstadt-Dieburg unverzüglich aufgehoben wird. Dies bestätigte ein Sprecher des Verwaltungsgerichts auf Nachfrage.

Die Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr bleibt damit bestehen. Der Landkreis hatte sie verhängt, nachdem die Inzidenz drei Tage hintereinander über 200 lag – so wie es das Eskalationskonzept des Landes Hessen vorschreibt. Das gibt aber auch vor, dass die Beschränkungen aufzuheben sind, wenn der Wert fünf Tage am Stück unter 200 liegt.

Das war im Kreis Darmstadt-Dieburg der Fall. Allerdings betrachtete die Kreisverwaltung die Zahlen nicht als aussagekräftig, weil über die Weihnachtsfeiertage weniger getestet wurde. Es entschied, die Lage erst am 4. Januar neu zu bewerten. Mehrere hessische Landkreise – darunter auch der Kreis Bergstraße – gehen ebenso vor. Hätte das Verwaltungsgericht entschieden, dass der Kreis Darmstadt-Dieburg die Ausgangssperre aufheben muss, wäre das wohl auch für die Regelungen in den anderen Landkreisen nicht folgenlos geblieben.

Impfstoff-Lieferung verzögert sich

Das Verwaltungsgericht hat ein Böllerverbot des Landkreises Offenbach im Bezug auf private Grundstücke gekippt. Die Richter hätten es als unverhältnismäßig angesehen, sagte ein Gerichtssprecher. Zudem seien nicht genug Gründe erkennbar gewesen, wie das Verbot der Eindämmung des Coronavirus dienen soll. Der Landkreis hat seine Regelung angepasst und nur Feuerwerk auf öffentlichen Flächen verboten.

1271 Infektionen sind nach Zahlen des Robert-Koch-Instituts gestern in Hessen registriert worden. Die Gesamtzahl stieg damit auf 133 475 (Stand: 0 Uhr). 2711 Todesfälle werden mit dem Erreger in Verbindung gebracht, das sind 129 mehr als am Vortag.

Die Lieferung des Corona-Impfstoffs Anfang Januar verzögert sich in Hessen. Die Lieferung des Herstellers Biontech sollte am Montag ankommen, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Der Grund für die Verzögerung ist nicht bekannt. In Hessen werden derzeit Menschen in Senioren- und Pflegeheimen sowie medizinisches Personal in Krankenhäusern geimpft. dpa/tm

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