Thema des Tages

Bilanzskandal Dax-Konzern droht Zahlungsunfähigkeit

Wirecard insolvent

München.Der in einen Milliardenskandal verstrickte Zahlungsdienstleister Wirecard steht am Abgrund. Das Unternehmen will wegen Überschuldung und drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz anmelden, wie der Vorstand am Donnerstag ankündigte. Möglicherweise werden große Teile des Dax-Konzerns betroffen sein: Der Vorstand prüft, ob auch die Tochtergesellschaften Insolvenz anmelden müssen. Ausgenommen bleiben soll die Wirecard Bank, diese wird laut Wirecard mit Einverständnis der Finanzaufsicht Bafin finanziell und organisatorisch von der Muttergesellschaft abgekoppelt.

Schwere Vorwürfe erhob Gerhard Schick, ehemaliger Mannheimer Grünen-Bundestagsabgeordneter und heute Vorsitzender der Bürgerbewegung Finanzwende. „Der Wirecard-Skandal ist ein Armutszeugnis für den Finanzplatz Deutschland, dessen Aufsichtsbehörde Bafin und Wirtschaftsprüfer EY“, sagte er laut Mitteilung. „Es braucht neue, strengere Regeln der Finanzaufsicht: Internationaler Tätigkeit bei Zahlungsdienstleistern sollte eine europäische Aufsichtsbehörde gegenüber stehen.“

Panikverkäufe an der Börse

Wirecard wickelt als Zahlungsdienstleister die bargeldlosen Geldflüsse zwischen Händlern auf der einen und Banken sowie Kreditkartenfirmen auf der anderen Seite ab. Im Mittelpunkt des Skandals stehen mutmaßliche Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro. Am Freitag war Vorstandschef Markus Braun zurückgetreten.

An der Frankfurter Börse kam es zu Panikverkäufen. Die Wirecard-Aktien hatten innerhalb der vergangenen sieben Tage bereits 90 Prozent ihres Wertes verloren. dpa/jung

Zum Thema