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Corona Reiserückkehrer können sich kostenlos testen lassen / Kritik an Schulunterricht während der Krise

Zahl der Neuinfektionen steigt

Genf/Berlin/Mannheim.Weltweit steigt die Zahl der Corona-Infektionen, auch in Deutschland bietet der Trend Anlass zu Sorge. „Es handelt sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernstzunehmende Situation“, so das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstag in seinem Lagebericht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) registrierte am Freitag in 24 Stunden die Rekordzahl von 284 196 Fällen. Und am Samstagabend lag der Wert mit 284 083 ähnlich hoch.

Auch in Deutschland war die Zahl der registrierten Neuinfektionen gegen Ende der vergangenen Woche deutlich gestiegen. Das RKI hatte am Donnerstag und Freitag jeweils rund 800 neue Fälle registriert.

Nach einer Masseninfektion standen auf einem großen Bauernhof im niederbayerischen Mamming fast 500 Menschen unter Quarantäne und durften den Betrieb nicht verlassen. Insgesamt 174 Erntehelfer wurden dort positiv auf das Virus getestet, wie das Landratsamt Dingolfing-Landau mitteilte.

Viele Fälle in den USA

Weltweit die mit Abstand meisten Infektionen binnen eines Tages verzeichneten laut WHO bis Samstagabend die USA mit rund 72 000 neuen Fällen und Brasilien mit fast 60 000. Wegen eines ersten offiziellen Corona-Verdachtsfalls im Land hat Nordkorea die Grenzstadt Kaesong komplett abgeriegelt.

Angesichts der internationalen Entwicklung können sich Rückkehrer aus dem Auslandsurlaub auf mehreren Flughäfen in Deutschland kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Die Airports in München, Nürnberg, Düsseldorf, Köln/Bonn und Dortmund boten dies am Wochenende erstmals an. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) prüft „auch eine rechtliche Verpflichtung“ für solche Tests.

In Baden-Württemberg beginnen nächste Woche die Sommerferien. Wochenlanger Fernunterricht liegen hinter den Schülern. Bildungsforscher Klaus Zierer zieht eine kritische Bilanz: „Wenn man es in 18 Wochen nicht schafft, sich einen Leitfaden zurechtzulegen, damit alle – Lehrkräfte, Schüler, Eltern – gut aus der Nummer herauskommen, dann kann man nur von einem bildungspolitischen Versagen sprechen“, sagte Zierer dieser Redaktion.

Nach Problemen bei der Corona-Warn-App gab es unterdessen ein weiteres Update. Damit sollen die Schwierigkeiten beseitigt werden, wie der Walldorfer Softwarekonzern SAP und die Deutsche Telekom mitteilten. Für Nutzer sei es wichtig zu wissen, dass die Störung nur die Benachrichtigungen betreffe, betonte ein SAP-Sprecher auf Nachfrage dieser Redaktion. Die Warnungen seien trotzdem in der App registriert worden. dpa/sba/apf

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