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Handelsstreit Trump und Juncker einigen sich

Zölle sollen wieder wegfallen

Archivartikel

Brüssel/Washington.US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker haben einen offenen Handelskrieg abgewendet – jedoch bleiben nach ihrer überraschenden Übereinkunft viele Details offen. Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte gestern die Entwicklung, Frankreich reagierte dagegen zurückhaltend. Deutsche Wirtschaftsverbände sahen Klärungsbedarf.

Trump und Juncker hatten sich am Mittwoch in Washington bereit erklärt, den Handelskonflikt beilegen zu wollen und vorerst keine neuen Sonderzölle zu verhängen. Beide Seiten wollen nun Gespräche über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter beginnen. Bevor offizielle Verhandlungen aufgenommen werde, soll es aber erst einmal Vorgespräche geben. Sie werden mindestens bis Ende November dauern.

Im Gegenzug sagte Juncker zu, dass die EU den Import von Flüssiggas aus den USA erleichtern wolle und mehr Soja aus den USA einführen werde. Um echte Zugeständnisse handelte es sich dabei nach Angaben aus EU-Kreisen nicht.

Juncker sagte nach dem Treffen, die USA und die EU wollten über die Angleichung von Standards reden und gemeinsam an einer Reform der Welthandelsorganisation (WTO) arbeiten. Trump erklärte, beide Seiten hätten sich darauf geeinigt, bei Industriegütern auf die Abschaffung von Zöllen, Handelsbeschränkungen und Subventionen hinarbeiten zu wollen. Zudem sagte er, die EU werde „ein sehr, sehr großer Käufer“ von Flüssiggas sein.

Schonfrist für Autoindustrie

Der US-Präsident betonte, man werde das Problem der von den USA verhängten Stahl- und Aluminiumzölle ebenso lösen wie das der EU-„Vergeltungszölle“. Damit meinte er Zölle, die die EU auf Whiskey, Jeans und Motorräder aus den USA verhängt hatte.

Die angedrohten Zölle auf Autos aus der EU erwähnte Trump nicht. Sein Finanzminister Steven Mnuchin stellte aber gestern klar, dass die USA davon absehen wollten, so lange die Verhandlungen liefen. dpa