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Silvester Zumeist kleinere Einsätze in Kreis / Polizisten mit Böllern und Raketen angegriffen / Bei Brand in Krefeld sterben mehr als 30 Affen

Zoo-Katastrophe und Gewalt überschatten Jahreswechsel

Archivartikel

Bergstraße/Berlin/Krefeld.Der Jahreswechsel ist in vielen Städten Deutschlands von Gewalt und Unglücken überschattet worden. Während zur größten Silvesterparty des Landes in Berlin am Brandenburger Tor Hunderttausende kamen und friedlich das enorme Feuerwerk bejubelten und auch im Kreis Bergstraße nur kleinere Einsätze zu verzeichnen waren, brachte die Silvesternacht andernorts Polizei und Rettungskräften unerfreuliche Vorkommnisse im Minutentakt.

Zu einer Zoo-Katastrophe kam es in Krefeld: Hier ging das Affenhaus in Flammen auf. Mehr als 30 Tiere starben, darunter ein Schimpanse, Orang-Utans und zwei ältere Gorillas. Anwohner hätten um 0.38 Uhr über den Brand informiert, hieß es. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte habe das Affenhaus bereits in Flammen gestanden. Der Zoo schrieb auf seiner Facebookseite: „Eine unfassbare Tragödie hat uns kurz nach Mitternacht überrollt.“ Ermittlern zufolge gibt es Hinweise auf sogenannte chinesische Himmelslaternen als Brandursache. Solche in Deutschland verbotenen Laternen seien in der Nähe von Zeugen gesichtet und später auch gefunden worden.

Im Frankfurter Stadtteil Rödelheim wurden Polizei und Feuerwehr um Mitternacht aus einer brennenden Barrikade heraus mit Feuerwerkskörpern beschossen. Randalierer hatten Sperrmüll aufgeschichtet und angezündet. Eine Beamtin wurde von einem Böller getroffen und verletzt, sie erlitt ein Knalltrauma. Die Beamten rückten mit einem größeren Aufgebot an und konnten dann die Lage nach eigenen Angaben schnell beruhigen. Die Feuerwehr kam und löschte die Flammen. Sie beklagte: „Einsatzkräfte wurden auch diesmal wieder mit Böllern beworfen und Raketen beschossen.“

Alarm in Guntrum-Tiefgarage

In Bensheim ging die Brandmeldeanlage in der Guntrum-Tiefgarage los – ausgelöst von Rauch vom Silvesterfeuerwerk. Ansonsten waren es zumeist Mülltonnen und Unrat, die in mehreren Kommunen im Kreisgebiet Feuer fingen, aber schnell wieder gelöscht werden konnten. In Darmstadt gerieten aus ungeklärter Ursache ein Pkw sowie auf dem Gelände einer Autovermietung drei Transporter in Brand.

In Heidelberg brannten in der Tiefgarage eines Hochhauses mehrere Fahrzeuge, woraufhin ein Großaufgebot von Polizei und Feuerwehr ausrückte. Das Gebäude musste evakuiert werden.

Zu heftigen Angriffen auf Einsatzkräfte kam es in der Silvesternacht in Leipzig. In dem linksalternativ geprägten Stadtteil Connewitz wurde ein 38 Jahre alter Polizist durch Pyrotechnik schwer verletzt. Er musste nach Angaben der Polizei notoperiert werden. Mehrere Menschen hätten Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper auf Einsatzkräfte geworfen, erklärte die Polizei. Sie nahm neun Menschen fest, drei von ihnen wurden in der Nacht wieder entlassen. Das LKA ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Mordes.

Dem Feuerwerk ging bundesweit eine Debatte über den Sinn und Unsinn von Böllerei angesichts von Klimaschutz sowie Lärm und Aggressionen voraus. Zum ersten Mal waren in der deutschen Hauptstadt Raketen und Böller nicht nur auf der Partymeile verboten, sondern auch in anderen Bereichen – unter anderen rund um den Alexanderplatz.

In vielen Ballungsgebieten in Deutschland zeigten die Messwertstationen des Umweltbundesamtes (UBA) am Mittwochvormittag sehr hohe Feinstaubwerte an. „Die Luftqualität ist überall in den großen Metropolen schlechter“, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes mit Verweis auf die UBA-Daten vom Neujahrstag. dpa/seg

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