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Zum Thema Flüchtlinge: Hilfe dringend notwendig

Der Blick zurück macht es nochmals deutlich. Unsere Region hat bei der Versorgung der Flüchtlinge vor fünf Jahren Außergewöhnliches geleistet. Weil es hier so viele freie US-Militärflächen gab, wurde ein Großteil der Schutzsuchenden, die nach Baden-Württemberg kamen, in Mannheim, Heidelberg oder Schwetzingen einquartiert. Behörden und Hilfsorganisationen, aber auch viele Ehrenamtliche haben sich mit großem Einsatz um sie gekümmert. Auch wenn Schwierigkeiten blieben wie die spätere Eingliederung der Zuwanderer in den Arbeitsmarkt – die Region und ganz Deutschland haben damals viel Menschlichkeit bewiesen.

Wenn man dagegen sieht, wie Europa heute mit Flüchtlingen umgeht, kann man das kalte Grausen bekommen. Die Europäische Union (EU) schottet sich ab, Schutzsuchende werden in überfüllten Lagern auf griechischen Inseln, aber auch auf dem Balkan, in Libyen und auf den Kanaren sich selbst überlassen, und die betroffenen Staaten gleich mit. Missstände, auf die Aktivisten an diesem Samstag auch an Infoständen in der Mannheimer Innenstadt beim landesweiten Aktionstag „Sicherer Hafen Baden-Württemberg“ hinweisen wollen.

Europa könne nicht jeden aufnehmen, der kommen wolle, wird oft argumentiert. Das ist sicher richtig. Aber die EU-Staaten könnten gemeinsam denjenigen, die Schutz vor Krieg und Verfolgung suchen, zumindest ein faires Asylverfahren bieten und bei entsprechendem Ergebnis auch Zuflucht gewähren, inklusive gerechter Verteilung der Flüchtlinge unter den Mitgliedsstaaten. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) wiegelte ein stärkeres deutsches Engagement bei der Flüchtlingsaufnahme zuletzt immer wieder damit ab, dass eine europäische Lösung hermüsse. Doch wer weiß, wie lange das dauert und ob es überhaupt klappt? Vielleicht ist deshalb jetzt die Zeit, dass diejenigen Staaten in der EU vorangehen, für die Humanität nicht nur ein Lippenbekenntnis ist.

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