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Architektur: Besichtigungen eröffnen neue Perspektiven auf Mannheimer Bauwerke

Altes mit anderen Augen sehen

Archivartikel

Architektur: Besichtigungen eröffnen neue Perspektiven auf Mannheimer Bauwerke

Mannheim.Entdecken, was sonst im Verborgenen schlummert und scheinbar Vertrautes mit völlig neuen Augen sehen: Der Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 9. September, gewährt seinen Teilnehmern Einblicke in Orte, die üblicherweise nicht oder nur teilweise für die Öffentlichkeit zugänglich sind. „Das Besondere für die Besucher ist, dass sie die Objekte zwar meistens aus ihrer direkten Umgebung kennen – allerdings nur von außen“, erklärt der Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Steffen Skudeln, bei der Vorstellung des diesjährigen Aktionsprogramms.

Rund 7800 historische Gebäude in mehr als 2500 deutschen Städten und Gemeinden öffnen ihre Türen. Dabei gilt es zugleich, ein Jubiläum zu feiern: Seit 25 Jahren wird der von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz bundesweit koordinierte Tag des offenen Denkmals ausgerichtet.

Entdecken, was verbindet

Auch in Mannheim, das sich seit 1995 an der Veranstaltung beteiligt, dürfen sich Besucher ermuntert fühlen, bei Führungen, Touren und anderen Aktionen rund 30 Baudenkmäler und weitere Orte im Stadtgebiet aus ganz neuen Blickwinkeln zu erleben. „Entdecken, was uns verbindet” lautet in diesem Jahr das Thema des Aktionstages, das sich explizit auf das Europäische Kulturerbejahr 2018 bezieht, welches seinerseits unter dem Motto „Sharing Heritage“ steht und das Verbindende im kulturellen Erbe Europas in den Fokus rückt.

Geradezu ein Paradebeispiel für ein völkerverbindendes Element ist die Eisenbahn – auf dem Lindenhof (Glücksteinallee 37-41) werden im 1872 erbauten Lokschuppen und dem Werkstattgebäude am Sonntag zwischen zehn und 14 Uhr Führungen angeboten. Seit 2016 werden der Lokschuppen (für Büronutzung) und das Werkstattgebäude (für eine Gastronomienutzung) umgebaut.

Ein klassisches Fenster zur Welt, das uns mit anderen Ländern und Kulturen in Kontakt bringt, stellt das Kino dar: 1927 war das Capitol-Lichtspielhaus in der Waldhofstraße 2a eröffnet worden, in dem heute indes keine Filmvorführungen mehr, sondern Kulturveranstaltungen und Konzerte stattfinden. Um neun Uhr beginnt eine Führung durch das ehemalige, in expressionistischer Backsteinarchitektur errichtete Lichtspieltheater.

Wie sich Bauwerke im Wandel der Zeit verändern, zeigt auch eine Fahrradtour mit Ute Fahrbach-Dreher vom Landesamt für Denkmalpflege, die sich mit der neuen Nutzung von Kirchen auseinandersetzt. Sie beginnt um elf Uhr an der Trinitatiskirche in G 4, die heute das Eintanzhaus als Zentrum für zeitgenössischen Tanz beherbergt. Weitere Stationen sind die Liebfrauenkirche, die Pauluskirche und die Lutherkirche.

Natürlich finden sich auch einige längst arrivierte Angebote im Programm. So kann beispielsweise der Wasserturm am Friedensplatz betreten werden. Beim Rundgang durch das Innere des Turms bekommen Besucher Einblicke in die Geschichte und Entstehung des 1889 in Betrieb genommenen Wasserturms, der seitdem das Stadtbild prägt.

Zu den Höhepunkten des Denkmaltags in der Quadratestadt zählt auch die Möglichkeit, um 11.30 Uhr den Turm der Christuskirche zu erklimmen. In die entgegengesetzte Richtung geht es auch: Von 13 bis 15 Uhr gibt es Führungen durch den Atomschutzbunker unter dem Stadthaus N1.

Ebenso ist der Fremdeinstieg in das 1891 entstandene Kanalsystem (Breite Straße vor F 1), wo nach Bedarf Führungen stattfinden, ein Teil des Programms – beides findet zwischen elf und 16 Uhr statt. Auch die Alte Sternwarte in A 4,6 öffnet (von 11 bis 17 Uhr) ihre Pforten. Eintritt und Führungen sind jeweils kostenfrei. mav

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