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Archaisch und aufrichtig

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Ausstellung: Ottmar Hörl präsentiert„Blutrausch“ und „Naturschauspiel“ in Mannheim

Mannheim.„Hitler-Zwerge“ auf dem Ludwigsplatz in Straubing, Hunde in Bayreuth, Karl-Marx-Plastiken in der Trierer Innenstadt und eine leuchtende Euro-Skulptur vor dem Frankfurter Eurotower. Das alles machte Ottmar Hörl mitunter weit über die Grenzen seiner bayerischen Heimatstadt Nürnberg hinweg bekannt. Der Künstler Hörl hat sich insbesondere durch seine Aktionskunst einen Namen gemacht. Seine Hauptakteure: Figuren. Meist bunt, deplatziert und exzentrisch. Mit seiner Ausstellung „Blutrausch“ ist der Konzeptkünstler vom 9. Februar bis 14. April in der Mannheimer Galerie Kasten zu Gast und wird bei der Eröffnung am 9. Februar ab 19 Uhr anwesend sein.

Plastizität durch Farbe

Diesmal sind es keine Figuren.

Für seine neuen Werke hat er sich einer Art archaischen Auftragetechnik bedient und sie um weitere Elemente ergänzt: Dem Farbauftrag durch Finger. Ähnlich wie Louis Soutter, Heinz Trökes oder Günther Uecker hat der Skulpteur Hörl gewissermaßen aus der Sicht eines Bildhauers gemalt.

Ganz ohne Pinsel – stattdessen dienten ihm beidhändig seine Finger als Werkzeuge, die zugleich den Bildern kinetisch ihre Form verliehen. Die so entstandenen Acrylbilder der Werkgruppen „Blutrausch“ und „Naturschauspiel“ sind Ausdruck eines plastischen Akts, geformt durch die Unmittelbarkeit des menschlichen Handgriffs. Hörl hat seine Farben dazu schichtweise auf die Leinwand aufgetragen. Der Malprozess unterliegt hierbei einer zeitlichen Begrenzung: trocknet die Acrylfarbe, lässt sich nichts mehr formen. Ein enges Zeitfenster, wenn man bedenkt, dass das Material zum schnellen Trocknen neigt. So erlaubt diese Technik auch keinen Raum für nachträgliche Korrekturen.

Neue Impulse

Das lässt dem Künstler jedoch Raum für das Spontane, Unüberlegte. Und bringt vor allem eines: neue Impulse.

Jede Malbewegung wird zum Bild-Raum konstituiert. Der Entstehungsprozess des einzelnen Werks wird so für den Betrachter nachvollziehbar. Für Ottmar Hörl ein Ausdruck künstlerischer Gestaltungsfreiheit.

Info: Ausstellung „Blutrausch“ von Ottmar Hörl in der Galerie Kasten in Mannheim. 9. Februar bis 14. April.Infos im Netz unter: www.galerie-kasten.de .