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Auf zur „Närrischen Route 66“

Ludwigshafen.Dieses Jahr geht es für die Mannheimer wieder nach „driwwe“ zum Fasnachtsumzug. Seit 66 Jahren wechseln sich die Schwesterstädte mit der Ausrichtung ab – eine Schnapszahl, die sich auch im Motto niederschlagen sollte. Statt einer Hommage an Udo Jürgens legendären Schlager „Mit 66 Jahren“ entschied sich die Jury um Lukom-Prokuristin Iris Joch für ein deutlich wilderes Motto: „Närrische Route 66: Wir tun es allen kund, jetzt geht’s erst richtig rund“.

Wenn um 13.11 Uhr der Startschuss zum Umzug am Goerdelerplatz fällt, lassen die Biker der Motorradgruppe „Rhein-Valley-Legion Chapter“ aus Speyer ihre Maschinen aufheulen. Sie eröffnen mit der Nummer 1 den Umzug durch die Ludwigshafener Innenstadt. Vor ihnen sind nur die Zugführerin Iris Joch mit Spielern der Eulen Ludwigshafen.

Hinter der Harley-Davidson-Fahrern reiht sich die Ludwigshafener Berufsfeuerwehr ein – 100 Jahre Bestehen zelebrieren die Brandbekämpfer. Zur Feier haben sie historische Löschkarren dabei; vom Korb der Drehleiter grüßt der Leiter der Berufsfeuerwehr, Stefan Bruck. Unter der Zugnummer 6 bringen dann die „Heartliner“ Musik in den Umzug.

Bonbons und Popcorn

Funkenmariechen des „Karnevalsvereins Hans Warsch Oggersheim“ zeigen ihr Talent unter der Zugnummer 11, nach ihnen werfen die Elferräte Bonbons, Popcorn und andere Leckereien für Kinder und Naschkatzen. Einen ganz besonderen Wagen (Zugnummer 13) haben die „KG Klotzgrumbeer 1909“ gebaut: Unter dem Motto „It’s magic“ (deutsch: Es ist Magie) rollen die Karnevalisten mit einem Zug durch die Ludwigshafener Innenstadt. Zum Mittanzen lädt die Guggenmusik der „Huddelschnuddler“ unter der Nummer 22 ein.

Nach dem Musikverein Oggersheim mit der Nummer 34 heißt es dann: „Jetzt kummt Mannem“. Hinter dem Wagen der RNF-Moderatoren läuft die Kleppergarde der Karneval-Kommission Mannheim auf. Sportlich wird es bei der Nummer 38: Da zeigen die Frauen der Neckarauer Narrengilde „Die Pilwe“ ihr Können als Tanzmariechen und Funkengarde.

111 Jahre gibt es in diesem Jahr die „GroKaGeLi“, die Heimat der amtierenden Mannheimer Stadtprinzessin Miriam I. Neun Jahre älter ist die „Feuerio Carnevalgesellschaft Mannheim“, die direkt dahinter mit der Zugnummer 43 fährt. Das Stadtprinzenpaar winkt aus seinem Wagen mit der Nummer 45.

Zahlreiche Fußgruppen, Musiker und Wagen aus Mannheim reihen sich in den Zug ein, bis nach der Nummer 72 ein Schild verkündet: „Jetzt widder Ludwigshafen“. Für gute Stimmung sorgen dann direkt die „Bensemer Roabdigalle“ mit Guggenmusik passend zur fünften Jahreszeit. Zum 66. Geburtstag der „Munnemer Göckel“ nimmt der Verein mit über 140 Karnevalisten als Fußgruppe und auf einem Wagen am Umzug am Sonntag teil. Unterstützt werden sie dabei von der „Karlsterner Hexenzunft“ Mannheim, mit der sie ein gemeinsames Jubiläumsprinzenpaar stellen.

Party auf Berliner Platz

Nach 98 Zugnummern, die ausgelassen feiern, beginnt die Nummer 99 schon mit den Aufräumarbeiten: die WBL Straßenreinigung.

Aus Sicherheitsgründen wurde die Streckenführung in diesem Jahr im Vergleich zu 2016 geändert und führt nun durch die Berliner, statt durch die Heinigstraße. Entlang der Route sorgen Polizisten und private Sicherheitsfirmen im Auftrag der Stadt für Schutz. Unterhaltsame Einordnungen und spritzige Kommentare geben die Moderatoren entlang der Strecke ab. Sie stehen am Goerdelerplatz, auf Höhe des Kulturzentrums „dasHaus“, an den Ecken Bismarck- und Bahnhofstraße sowie Ludwig- und Kaiser-Wilhelm-Straße, in der Berufsbildenden Schule II und am Berliner Platz.

Dort findet auch nach dem Umzug erstmals die Party „LU tanzt“ statt. Los geht es mit der Guggenmusik-Band „Huddelschnuddler“ um 16.11 Uhr. Bereits am Vortag präsentieren ab 13.11 Uhr bei „Sound of Lu“ verschiedene Karnevalsvereine ihre närrischen Musik- und Tanzdarbietungen.

Beim Fasnachtsmarkt auf dem Platz können sich hungrige Besucher stärken und an Spielbuden ihr Glück versuchen. Der Markt hat noch bis Dienstag täglich von 11 bis 21 Uhr geöffnet. Dann heißt es hoffentlich: „Danke Ludwigshafen, schee war’s, bis in zwei Jahren dann.“

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