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Premiere: Interaktive Aufführung des Künstlerinnenkollektivs hannsjana im Technoseum

Autos als Spiegel der Psyche

Archivartikel

Mannheim.Marder sind in das Mannheimer Technoseum eingebrochen und motzen die dort ausgestellten Autos auf. Und somit beginnt die Jagd des Publikums auf die tierische Tuner-Gang, von der man noch eine Menge lernen kann. Auf dieser Geschichte baut die Performance „Tiefergelegt“ des Künstlerinnenkollektivs hannsjana auf. Das Projekt wird vom Mannheimer Nationaltheater in Kooperation mit dem Technoseum, Landesmuseum für Technik und Arbeit, präsentiert und feiert am Freitag, 8. März, um 18 Uhr seine Premiere im Technoseum.

Rundgang mit Kopfhörer

Mit einem interaktiven „Audiowalk“ wird „künstlerisch mit dem Format der Museumsführung gespielt“, erklärt Jule Gorke, Mitglied der fünfköpfigen Gruppe hannjsana. „Die Zuschauer bekommen einen Audioguide und hören ein Hörspiel, was klingt wie eine Führung aber immer wieder von theaterhaften Momenten und kleinen Performances durchbrochen wird“, so Gorke.

Die Erzählungen über die Exponate des Technoseums seien dabei spielerisch, musikalisch und anekdotenhaft gestaltet. Das Thema ist Technik, im Speziellen: das Autotuning. Durch einen spielerischen und künstlerischen Zugang sollen dem Zuschauer neue Sichtweisen darauf ermöglicht werden. Im Mittelpunkt steht dabei eine feministische Perspektive. Daraus wird auf Technikgeschichte und Technikgegenwart geblickt und die Frage gestellt: Was kann man aus der kreativen Kfz-Mechanik für das eigene Verhalten lernen?

Das Publikum lerne beispielsweise, sich selbst „lauter oder breiter zu machen“, veranschaulicht Gorke. Wichtig sei es allerdings, dass das Publikum dabei nicht einfach nur zuhört, sondern auch kleine Dinge zu tun bekommt und in die Produktion von Szenen mit eingebunden wird, „aber immer auf eine sehr liebevolle Art und Weise.“

Für das Projekt arbeitete das Künstlerinnenkollektiv auch mit dem Mannheimer Stadtensemble zusammen. „In dem Hörspiel sind einige Interviews mit Ensemblemitgliedern zu hören“, erklärt Gorke. Dabei wurde mit verschiedenen Frauen über deren Beziehung zu Autos, Autotuning und Technik gesprochen.