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Bachs letztes vollendetes Werk

Klassik: Die Kantorei der Konkordienkirche singt die h-Moll-Messe mit renommierter Besetzung

Mannheim.Johann Sebastian Bach ist auf der Höhe seines persönlichen Erfolges, als er sich Ende der 1740er Jahre seinem letzen vollendeten Werk widmet: die Messe in h-Moll, die am kommenden Sonntag, 10. Dezember, um 17 Uhr von der Kantorei der Konkordienkirche zu hören sein wird.

„Was kann ein Mann noch tun, der technisch und geistig in seiner Kunst die höchste Stufe des von Menschen Erklimmbaren erreicht hat?“ fragt Paul Hindemith 1950 in einem Vortrag über Bach, dessen Antwort wohl diese Messe und der unvollendete Zyklus „Die Kunst der Fuge“ ist. Der Komponist hat 1748 viele Schüler, reist als beliebter Orgelvirtuose durch das Land und erfüllt die Pflichten als Thomaskantor in Leipzig. Sogar Wiederaufführungen seiner Kantatenjahrgänge kann er erleben, seinerzeit ein unvorstellbarer Erfolg.

Neufassung aus Muße

Ohne Auftrag und ohne die Aussicht auf eine weitere Aufführung (die zu umfangreiche Messe war auch noch katholisch), widmet Bach sich seiner Urfassung der h-Moll-Messe von 1733, die lediglich aus Kyrie und Gloria bestand – komponiert, um sich für eine Anstellung am Hofe des sächsischen Kurfürsten Friedrich August II. zu empfehlen. Und aus dieser technisch meisterhaften Überarbeitung, angereichert durch viele Themen und Motive aus seinen verschiedenen Schaffensphasen, entsteht sein womöglich bekanntestes Werk. Formal handelt es sich dabei um eine Kantatenmesse, bestehend aus Solo-Arien, Duetten, Instrumentalpartien und vier- bis achtstimmigen Chorsätzen. Für die vier Solopartien hat die Kantorei renommierte Gäste eingeladen, wie die Sopranistin Sabine Götz, die nicht nur in Mannheim Gesang studierte, sondern mittlerweile auch unterrichtet. Außerdem die Mezzosopranistin Ruth Sandhoff, der ebenfalls in Mannheim studierte Sebastian Hübner sowie Bassbariton Markus Flaig, der die h-Moll-Messe zusammen mit dem Thomanerchor schon auf Südamerika-Tour gesungen hat. Die instrumentale Begleitung erfolgt auf historischen Instrumenten durch das Ensemble „La Banda Augsburg“, die musikalische Leitung hat Heike Kiefner-Jesatko.

Die 80 Sänger und Sängerinnen der Konkordienkantorei haben sich durch das gesamte Lutherjahr inständig mit diesem großen Werk (dessen Manuskript zum UNESCO-Weltdokumentenerbe zählt) beschäftigt, um diese sowohl musikalisch-technische als auch spirituell-tiefgründige Herausforderung zu meistern. aspar