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Barockfest mit der getreuen Alceste

Musiktheater: Festival beginnt am 1. Dezember mit Premiere von Georg Caspar Schürmanns Opernrarität

Schwetzingen.„Mit der Spielzeit 2019/20 erfindet das Barock-Fest ‘Winter in Schwetzingen’ sich neu.“ So heißt es in der Ankündigung des Theaters und Orchesters Heidelberg. Zwar bleibt es barock, in diesem Jahr jedoch auf Deutsch. Während im letzten Jahr der Fokus auf die Ausgrabung selten gespielter italienischer Meisterwerke gelegt wurde, widmet sich das Festival nun einem „Porträt der deutschen Barockoper“ und startet am Sonntag, 1. Dezember, um 18 Uhr, mit Georg Caspar Schürmanns „Die getreue Alceste“ im Rokokotheater Schloss Schwetzingen.

Trauer und Tod

Drei Akte voll Täuschung und Tod: Die Trauer der griechischen Königstochter Alceste, gespielt von Sophie Junker, um ihren im Kampf gefallenen Gatten Admetus (Rupert Enticknap) erweicht die Götter. Er darf ins Leben zurückkehren, wenn ein anderer dafür sein Leben hergibt. Alceste bringt sich selbst als Opfer dar, und das Schicksal der beiden Liebenden scheint für immer besiegelt, so das Theater und Orchester Heidelberg, das Schürmanns Stück produziert hat.

Die Uraufführung von „Die getreue Alceste“ feierte im Februar 1719 am Hof von Braunschweig-Wolfenbüttel Premiere. Nachdem die Dirigentin und musikalische Leiterin des Barockwerks Hamburg, Ira Hochman, die Oper 2016 in einer halbszenischen Aufführung in der Hansestadt vorstellte und auf CD einspielte, kehrt Schürmanns Werk – 300 Jahre nach seiner Uraufführung – wieder auf eine Opernbühne zurück.

Leitung bei Pluhar

Für Schwetzingen hat die international gefeierte und ausgezeichnete Lautenistin und Harfenistin Christina Pluhar das Stück nun neu arrangiert. Die gebürtige Österreicherin übernimmt die musikalische Leitung der diesjährigen Barockproduktion des Festivals „Winter in Schwetzingen“.

Der Regisseur des Musiktheaters „Die getreue Alceste“ ist Jan Eßinger. Er inszenierte zuletzt „Faust“ von Charles Gounod, die Eröffnungspremiere der neuen Intendanz am Landestheater Detmold, sowie Neuproduktionen von Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“ am Theater Bielefeld und „Albert Herring“ von Benjamin Britten am Theater Koblenz.

Die belgische Sopranistin Junker als griechische Königstochter Alceste singt die Titelpartie von Schürmanns Opernrarität. Nach ihrem Studium in Belgien und London gewann Junker im Jahr 2010 den Londoner Händel-Wettbewerb und feierte damit ihren internationalen Durchbruch. Darauf folgte der Sieg beim Cesti Wettbewerb der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik.

Mit dem Schwetzinger Opernstudio ermöglicht das Theater und Orchester Heidelberg erstmals außerdem vier jungen Sängern, Aline Quentin, Lars Conrad, Maximilian Haschemi und Baiba Urka, sich auf der großen Bühne des Schwetzinger Rokokotheaters zu beweisen. soge

Info: „Die getreue Alceste“ hat am Sonntag, 1.12., um 18 Uhr Premiere. Das Festival mit weiteren Aufführungen sowie Konzerten geht bis 31. Januar. Tickets (ab 10 Euro) und weitere Infos unter theaterheidelberg.de

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