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Das neue Alte Ägypten

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Geschichte: Reiss-Engelhorn-Museen zeigen die Schau „Yesterday-Tomorrow“

Mannheim.Der deutsch-amerikanische Fotokünstler Marc Erwin Babejs widmet sich in seiner Ausstellung „Yesterday-Tomorrow“ einer neuen Interpretation des Alten Ägypten. Den Pyramiden, der aufwendige Totenkult und der zeitlos schönen Kunst hat er nach zwei Jahrtausenden ein neues Leben eingehaucht. Die charakteristischen Darstellungsformen werden mit der Technik von heute weiterentwickelt, wodurch Vergangenheit und Gegenwart in einem Kunstwerk vereint werden.

Die Ausstellung war erst in Kairo und Alexandria zu sehen und hängt nun vom 15. März bis zum 28. Juni im Reiss-Engelhorn Museum (REM). Es werden 15 Bilder, das größte mit 300 mal 459 cm, zu sehen sein. Außerdem rund 40 Originale aus den Beständen der REM und Leihgaben aus der Ägyptischen Sammlung der Universität Heidelberg, die normalerweise für die Öffentlichkeit unzugänglich sind.

Bild, Symbol und Text

Babej, der in New York lebt, widmet sich in seinen Werken der aspektivischen Darstellung des menschlichen Körpers, indem dieser gleichzeitig aus verschiedenen Perspektiven, wie Frontal- und Seitenansicht abgebildet wird. Das Alte Ägypten ist bis heute noch eine große Faszination der Menschen.

Durch seine fotografischen Reliefs aus hunderten oder mehreren tausenden Einzelaufnahmen und einer einzigartigen Verbindung von Bild, Symbolen und Text, werden nicht einzelne Momente, sondern komplexe Geschichten erzählt. Die Hieroglyphen und lateinischen Buchstaben lassen aktuelle Themen, wie Repräsentation von Macht, der Integration von Fremden, Liebesbeziehungen und dem Streben nach unvergänglicher Schönheit interpretieren.

Der von Babej neu entwickelte Kunststil wird als „aspektivischer Realismus“ bezeichnet. Babejs Ausstellungen widmen sich geschichtlich und gesellschaftlichen Themen, wie der ethnischen Vielfalt in Deutschland im Schatten der NS-Vergangenheit oder dem Kolonialismus.

Erstellt von 50 Mitarbeitern

Die aktuelle Ausstellung hatte einen aufwendigen Entstehungsprozess, ein Team von mehr als 50 Mitarbeitern, 13 international renommierten Ägyptologen, Experten für 2D- und 3D- Design, Kostüm- und Haardesigner und Schauspieler waren daran beteiligt.

Die Ausstellungseröffnung findet am Freitag den 13. März 2020 um 11 Uhr im Reiss-Engelhorn Museum statt. Unter anderem halten Mitglied des Bundestages Cem Özdemir und Oberbürgermeister Peter Kurz eine Rede.

Update (12. März): Ursprünglich sollte die Eröffnung der Ausstellung am 13. März stattfinden, ist wegen des Ausbruchs des Coronavirus jedoch abgesagt worden.

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