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Der gealterte Peer Gynt in Heidelberg

Schauspiel: Werk nach Henrik Ibsen

Heidelberg.Dieses „dramatische Gedicht in fünf Akten“ von Henrik Ibsen wird gerne als der „nordische Faust“ bezeichnet, hat doch der Dichter in seinem „Peer Gynt“ einen Querschnitt durchs 19. Jahrhundert mit all seinen Irrungen und Wirrungen an der Titelfigur gespiegelt. Denn dieser Peer Gynt entkommt zwar letztlich dem Pakt mit dem Teufel, obwohl er den verkommenen Hof seines Vaters dadurch hätte retten können, doch seine Selbstsucht lässt seine Selbstsuche bis ins hohe Alter scheitern.

Er durchstreift die Welt, ein klassischer Egomane, dem nichts weniger als mindestens ein Kaisertum vorschwebt. Am Ende, nach Schiffbruch und Heimkehr, erschüttert die bedingungslose Liebe von Solveig, die voller Glaube und Hoffnung auf ihn gewartet hatte, seinen Selbstanspruch.

Fantast und Brutalo

In Heidelberg verwendet Regisseur Alexander Charim in „Peer Gynt ist ein anderer“ die Textfassung von Peter Stein und Botho Strauß. Ihm geht es vor allem darum herauszuarbeiten, wie den gealterten Peer Gynt die grellen Stationen seiner Vergangenheit heimsuchen. Der erfolgreiche Geschäftsmann, der am Sklavenhandel reich wurde, der junge Mann, der Solveig mehr oder weniger verriet, der Fantast, dem Trolle scheinbar Wege weisen, der Brutalo, der in höchster Not einen anderen von der Schiffsplanke stößt. Immer getrieben vom Willen, frei zu leben. Am Ende entpuppt sich dieser Entwurf als Illusion.

Es spielen Marco Albrecht, Sheila Eckhardt, Katharina Quast, Fabian Oehl, Hendrik Richter und Jonathan Schirmer. Die Ausstattung verfertigt Ivan Bazak. BE

Info: Die Vorstellungen von „Peer Gynt ist ein anderer“ im Dezember sind: 15.12. (20 Uhr), 16.12. (19 Uhr), 26.12. (19 Uhr), 27.12. (20 Uhr). Tickets unter 06221/58 20 000 oder tickets@theater.heidelberg.de. Weiter geht es 2019.