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Der Racheplan geht voll daneben

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Musiktheater: Im Theater Heidelberg eröffnet am Samstag die neue Opernleitung mit Giuseppe Verdis „Rigoletto“ die Saison

Heidelberg.Ein Dauerbrenner des Repertoires eröffnet die neue Opernspielzeit am Theater Heidelberg: „Rigoletto“ von Giuseppe Verdi. 1851 im Teatro Fenice zu Venedig uraufgeführt, wurde das Werk enthusiastisch gefeiert und fand schnelle Verbreitung. Die Attraktivität ist ungebrochen, und „Rigoletto“ darf in keinem Dreispartenhaus fehlen.

Die Geschichte, die Francesco Maria Piave nach einem Bühnenstück von Victor Hugo als Libretto vorlegte und Verdi einige Scherereien mit der Zensur einbrachte, spielt in Mantua, wo ein lüsterner Herzog sich nimmt, was auf seine Schmeicheleien hereinfällt, bei Bedarf auch mit Gewalt. Hofnarr Rigoletto, von verwachsener Gestalt, gehört zu den Speichelleckern des Herzogs; mit seinen zynischen Sprüchen macht er zum Ergötzen seines Dienstherren die anderen Höflinge fertig. Aber er hat ein Geheimnis: Sein Töchterlein Gilda hält er vor der Welt verborgen, allenfalls verschleiert und in Begleitung darf sie in die Kirche. Es kommt, wie es ein dramatischer Opernstoff notwendig macht: Sie glaubt, ganz keusches Herz, an die wahre Liebe und gerät in die Fänge des unersättlichen Herzensbrechers. Nun wird Rigoletto verspottet, schmiedet finstere Rachepläne, um den Herzog zu kompromittieren und ermorden zu lassen. Aber versehentlich wird Gilda in Männerkleidern erstochen. Rigoletto bricht verzweifelt und dem Wahnsinn nahe über der Leiche zusammen.

Unkonventionelles

Verdi hat den Stoff mit zuspitzender Wucht, herrlichen Arien und Ensembles sowie prachtvollen Chorszenen durchkomponiert. In Heidelberg setzt die aus Budapest stammende Regisseurin Alexandra Szemerédy gemeinsam mit Magdolna Parditka die Oper in Szene. Das Team ist für unkonventionelle Sichtweise bekannt, hat schon einige Preise eingeheimst und zwischen Hannover und Budapest viel Aufmerksamkeit erregt. In der Saison 2019/20 werden sie Wagners „Ring“-Tetralogie in Saarbrücken inszenieren.

Elias Grandy dirigiert das Orchester Heidelberg, Ines Kaun studiert die Chöre ein. Auf das Gesangsensemble darf man gespannt sein, vor allem auf die Gilda, die von Carly Owen, neu im Ensemble, gesungen wird. Sie studierte am Royal College of Music in London und debütierte im letzten Jahr schon am Covent Garden. Ebenfalls neu im Ensemble ist der serbische Tenor Nenad Cica, der die Partie des Herzogs von Mantua übernimmt. Die Titelpartie des „Rigoletto“ aber ist James Homann anvertraut. Mit dabei sind unter anderen auch die Ensemblemitglieder Carolyn Frank (Giovanna), Ipca Ramanovic (Cavaliere Marullo) und Wilfried Staber (Sparafucile). Mit dieser Produktion stellt sich auch das neue Leitungsteam Oper mit Ulrike Schumann und Thomas Böckstiegel vor. BE

Info: Premiere ist am Samstag, 22. September, 19.30 Uhr, im Marguerre-Saal des Heidelberger Theaters. Danach folgen 14 weitere Vorstellungen (Info/Karten: 06221/58 20 000).