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Ein Kreis schließt sich

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Schauspiel: Intendanz endet, wie sie begann – mit einem Stück von Theresia Walser

Mannheim.Es war im Oktober 2006, als der Schauspielintendant Burkhard C. Kosminski am Nationaltheater Mannheim (NTM) mit „Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“ seine erste Inszenierung in der Quadratestadt auf die Bühne brachte. Das Stück von Theresia Walser, in dem es besonders um die Betrachtung des Theaters an sich geht, war der Auftakt für eine ganze Reihe von Uraufführungen, die Kosminski in Mannheim inszenierte.

Nun geht die Intendanz des gebürtigen Schwenningers zu Ende, wieder mit der Aufführung eines Stücks von Theresia Walser – ein Kreis schließt sich. „Nach der Ruhe vor dem Sturm“ heißt die Uraufführung, die am Samstag, 9. Juni, um 19.30 Uhr im Nationaltheater Premiere feiert.

Zwei auf einen Streich

Doch zunächst wird an dem Abend noch einmal das Stück „Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“ aus dem Jahr 2006 gespielt. Erst danach führen die Schauspieler „Nach der Ruhe vor dem Sturm“ auf. So soll die gesamte Intendanz Kosminskis abgebildet und umrahmt werden.

Auch inhaltlich weisen die Stücke der Autorin Theresia Walser Gemeinsamkeiten auf. In ihrem Werk aus dem Jahr 2006 warten drei Schauspieler auf ihren Auftritt in einer Talkshow: der berühmte Franz Prächtel (Ralf Dittrich), der prominente Peter Söst (Thorsten Danner) und der junge Ulli Lerch (Sven Christoph Prietz). Sie sind eingeladen, weil sie gerade als Hitler oder Goebbels im Film reüssierten. Während sie über ihre Figuren und die Darstellung des Bösen streiten, wird die Schauspielkunst und das Theater an sich ihr Thema. Es entwickelt sich ein unfreiwillig komischer Glaubenskrieg .

„Nach der Ruhe vor dem Sturm“ knüpft direkt an diese Handlung an. Allerdings ist nur noch Ulli Lerch aus dem vorigen Stück übrig geblieben. Er sitzt und steht nun mit den beiden Damen Irm König (Ragna Pitoll) und Liz Hansen (Anke Schubert) auf der Bühne. Wieder steht die Schauspielerei an sich im Mittelpunkt des Geschehens.

Große Themenvielfalt

Während die Charaktere sich gegenseitig auf der Bühne ihre Meinungen entgegen- schleudern, streifen sie alle möglichen Themen: von der Flüchtlingsproblematik bis zur Sexismus-Debatte. Walser deckt also in ihrem Schlussakkord ein großes Themenfeld ab.

Die gebürtige Friedrichshafenerin gehört zu den meistgespielten Autorinnen der deutschen Theaterlandschaft. Sie war in der Spielzeit 2013/2014 Hausautorin und schrieb für das Nationaltheater zahlreiche Stücke – unter anderem „Monsun im April“ und „Herrenbestatter“.