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„Eine Energie, die motiviert“

Electro: Sänger H.P. Baxxter über seine Band Scooter, die am 3. Dezember auf Jubiläumstournee in der SAP Arena spielt

Scooter setzen zum Sprung in den „Hyper Hyper“-Raum an: Am 3. Dezember ist die Techno-Gruppe auf ihrer Jubiläumstour „100% Scooter – 25 Years Wild & Wicked“ in der Mannheimer SAP Arena zu Gast. Wir sprachen mit Frontmann H.P. Baxxter über den Auftritt und die Bandhistorie.

H.P. Baxxter, Gratulation, zum 25. Bandjubiläum. Erinnern Sie sich noch, was Ihnen durch den Kopf ging, als „Hyper Hyper“ die Charts stürmte?

H.P. Baxxter: Ich weiß noch, dass wir damals ziemlich überwältigt waren, also gerade Rick (J. Jordan, Anm. d. Red.) und ich. War haben ja vorher schon acht Jahre zusammen Musik gemacht mit einer anderen Band, aber das hat damals alles nicht so richtig funktioniert. Und in dem Moment, wo wir selber gar nicht so damit gerechnet hatten, ging das auf einmal durch die Decke. Dann haben sich die Ereignisse überschlagen: Gold-Verleihung, Platin, auch in anderen Ländern wurde das ein Hit. Ich weiß noch, dass wir gesagt haben: „So, das ist der Start, jetzt müssen wir wirklich ran rauschen um diesen Erfolg irgendwie fortsetzen zu können.“ Dass das jetzt schon so lange geht, hätte ich damals auch nicht gedacht (lacht).

Warum sind Scooter so lange so erfolgreich?

Baxxter: Zum einen glaube ich, dass wir auch mehr oder weniger zufällig einen Musikstil, eine Richtung entwickelt haben, die es so nicht gab. Wir waren da also ein bisschen allein in diesem Bereich. Zum anderen haben wir da auch eine spezielle Energie, das kriegt man oft als Feedback. Dann sagen mir Leute zum Beispiel: „Vor jedem Vortrag, den ich halte, höre ich ,How Much Is The Fish’.“ Oder von Fußballern habe ich gehört, dass sie das auf dem Weg zum Spiel hören. Da ist so eine Energie drin, die die Leute anscheinend motiviert. Die andere Sache ist die, dass wir nie aufgehört haben, dass wir immer im Studio arbeiten, wenn wir nicht gerade auf Tournee sind, immer darauf geachtet haben, nicht einzurosten, sondern weiter zu machen.

Sie treten am 3. Dezember zum ersten Mal in der Mannheimer SAP Arena auf. Haben Sie zuvor schon Show-Erfahrungen in der Stadt oder der Region gesammelt?

Baxxter: Wenn mich nicht alles täuscht, waren wir auch schon mal in Mannheim, aber das ist bestimmt schon ein paar Jahre her (im März 2006 im Rosengarten, Anm. d. Red,). Im Gebiet Frankfurt/Mannheim waren wir relativ selten im Vergleich zu anderen Regionen. Auf jeden Fall freuen wir uns, dass wir wieder einmal da sind und hoffen, dass es auch da ein großes Spektakel wird (lacht).

Stichwort Spektakel: Wie kann sich der Scooter-Neuling eine Ihrer Shows vorstellen – ist das mehr Rave-Party oder doch eher ein Konzert?

Baxxter: Das ist so eine Mischung, würde ich sagen, wie auf einem Rave, aber auch wie auf einem Punk- oder Rockkonzert. Es geht halt auch richtig zur Sache. Auch Leuten, die mit Scooter nicht so viel anfangen können oder konnten, empfehle ich, einmal in eine Show reinzugehen. Ich habe das oft von Leuten gehört, die von irgendwelchen Bekannten mitgeführt wurden und immer gesagt haben: „Bei Scooter, was sollen wir da?“. Die waren hinterher hellauf begeistert und sagten, es sei eine tolle Show, eine tolle Atmosphäre, eine tolle Stimmung gewesen.

Früher gab es immer wieder Kritik an der Band, von der Hochkultur wie teils auch aus Techno-Kreisen. Inzwischen, ist mein Eindruck, findet Scooter eigentlich fast jeder cool...

Baxxter: Ja, das hat sich sehr gewandelt im Laufe der Zeit. Das hat mich auch etwas überrascht, weil ich dachte: Wir haben zwar immer unsere Sounds verändert und auch immer bestimmte Trends aufgenommen. Aber letztendlich machen wir immer noch das, was wir immer gemacht haben. Nur die Sichtweise von außen ist eine andere geworden. Und ich glaube auch, wenn man lange genug durchhält, überzeugt man irgendwann dann doch den einen oder anderen.

Jenseits der Bühne interessieren Sie sich für Oldtimer und Antiquitäten. Wie passt das mit der elektronisch-modernen Musik zusammen für die Sie als H.P. Baxxter stehen?

Baxxter: Ja, das ist schon ein kleiner Gegensatz. Aber das ist bei mir eigentlich so in allen Bereichen des Lebens. Ich mag gern eine Vielfalt, eine Abwechslung und auch gerne mal was völlig Gegensätzliches – nur nichts, was einen langweilt, da kann ich nicht mit umgehen. Und deshalb finde ich es auch gut, wenn man viel unterwegs ist, ein hektisches Leben hat und auch viel in irgendwelchen Clubs ist, dass man dann auf der anderen Seite wirklich ein Zuhause hat, wo man sich fallen lassen kann. Und ich fühle mich einfach wohl, wenn ich das Gefühl habe, ich habe eine Atmosphäre wie in einem englischen Landhaus von vor 150 Jahren (lacht).