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Eine Frage der Verantwortung

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Schauspiel: „Das Recht des Stärkeren“ hat im Mannheimer Theaterhaus G7 Premiere

Mannheim.Mit Fragen nach moralischer Verantwortung beschäftigt sich das Stück „Das Recht des Stärkeren“, das am Donnerstag erstmals im Theaterhaus G7 aufgeführt wird. Das Theaterstück wurde von Dominik Busch geschrieben und nun von Pascal Wieandt inszeniert. Es dreht sich dabei um eine Dokumentarfilmerin namens Nadja. Sie filmt im kolumbianischen Dschungel, um Folter und Vertreibung aufzudecken, die dort durch die Kohlekonzerne betrieben werden. Die Erzählung hat jedoch auch eine persönliche Komponente, denn der Chef der Bergbaufirma, die für die Verbrechen verantwortlich ist, ist Nadjas Vater.

Differenzierte Darstellung

Das Theaterstück ist jedoch nicht eine einzige Anklage gegen die Rohstoffindustrie und skrupellose Verfolgung wirtschaftlicher Interessen. Vielmehr geraten die Protagonisten des Stücks immer wieder in moralische Dilemmasituationen, die den Zuschauer dazu animieren, seine eigenen Antworten zu den aufgeworfenen Fragen zu finden. Auch Nadja wird dabei nicht als moralisch einwandfreie Enthüllerin porträtiert. Obwohl er sie mehrfach darum bittet, verzichtet sie darauf, ihren Informanten Alvaro aus der Dokumentation zu schneiden. Er wird anschließend in Kolumbien identifiziert und gefoltert.

Streitbare Protagonistin

Sie selbst verstrickt sich so immer mehr in moralische Widersprüche, die letztlich zu der Frage führen, ob sie nicht auch nur eine Profiteurin der wirkungslosen und kurzfristigen Empörung ist. Auch der Konflikt mit ihrem Vater bringt zur Sprache, wie problematisch es ist, festzulegen, wo individuelle Verantwortung aufhört und wo das ganze System versagt hat. Die Premiere des Stücks findet am 23. Mai statt. Nach der Premiere wird der Abend mit einer Hausparty fortgesetzt. nowu

Info: Premiere am 23. Mai, 20 Uhr; weitere Termine am 25., 26., 28., 29., und 31. Mai und 1. und 2. Juni, jeweils um 20 Uhr. Karten sind unter 0621/15 49 76 erhältlich.