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Eine Tragödie im Ferienhaus

Theater: Der Pfalzbau zeigt ein Gastspiel des Theater Basel mit einer Inszenierung des Regisseurs Simon Stone

Ludwigshafen.Es ist die Geschichte dreier Schwestern, die gequält sind von der Sehnsucht nach einem anderen Ort: Anton Tschechows Drama „Drei Schwestern“. Im Jahr 1901 wurde es in Moskau uraufgeführt, jetzt gastiert das Theater Basel mit einer Neuinszenierung des Werks am Donnerstag und Freitag, 14. und 15. Juni, auf der Bühne im Pfalzbau.

Den drei Schwestern und Hauptfiguren Irina, Mascha und Olga geht es eigentlich gut. Ihr Vater war Brigadegeneral. Wegen ihm mussten sie von der geliebten Metropole Moskau in ein kleines russisches Nest ziehen, aber materiell fehlt es ihnen an nichts.

Sehnsucht nach Moskau

Doch nun ist ihr Vater gestorben. Eigentlich hält die drei Frauen deshalb nichts mehr in der russischen Provinz, dennoch sind sie dort geblieben. Die Sehnsucht nach der großen Stadt wird immer größer. Ihr Bruder Andrej soll ihnen dabei helfen, sie zurück in die Großstadt bringen. Aber Andrej hat andere Pläne. Auch das Moskau ihrer Kindheit, nach dem sich die Frauen so sehnen, existiert nicht mehr. Ein Ausbruch aus dem gefühlten Gefängnis scheint fast unmöglich.

Der australisch-schweizerische Regisseur Simon Stone hat Tschechows Klassiker modernisiert und mit neu geschriebenen Dialogen in die heutige Zeit transportiert. Die Bühnenbildnerin Lizzie Clachan versetzt die Schauspieler in ein Ferienhaus, das – auf einer Drehbühne arrangiert – die heutige schnelllebige und oberflächliche Welt dramatisch in Szene setzt und so die Entwurzelung der Hauptfiguren anschaulich macht. In der Bühnenbesetzung mit vertreten sind die aus Film und Fernsehen bekannten Schauspielerinnen und Schauspieler Barbara Horvath (Olga), Franziska Hackl (Mascha) und Liliane Amuat (Irina). Andrej wird gespielt vom Burgtheaer-Schauspieler Roland Koch.

Für die Inszenierung erhielt Regisseur Simon Stone im vergangenen Jahr eine Einladung zum Berliner Theatertreffen. Dort werden – von Fachkritikern ausgewählt – die bedeutendsten Produktionen der deutschsprachigen Theater-Bühnen gezeigt.