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Enkel der NS-Zeit im Dialog

Marchivum: Lesung, Installation und Film

Mannheim.Zwei Enkel – einer auf Opfer- und einer auf Täterseite –, die sich dafür entschieden haben, das Leben ihrer Großeltern während des Nationalsozialismus publik zu machen, um sich gegen Ausgrenzung einzusetzen. Bei der neuen Veranstaltungsreihe „HistoryLab#1 – Enkel der NS-Zeit im Dialog“ des Mannheimer Marchivums zeigen Gerald Sander und Rainer Höß von Freitag, 7. Februar, bis Sonntag, 9. Februar, bislang unveröffentlichtes Material aus dem Leben der beiden Familien im Raum Mannheim und Auschwitz.

Sanders Großmutter Sophie Stippel war acht Jahre in Konzentrationslagern inhaftiert. Im KZ Auschwitz arbeitete sie im Haushalt des Lagerkommandanten Rudolf Höß, dessen Enkel als Erster in seiner Familie das Schweigen brach. Die Enkel Höß und Sander lernten sich über das Film- und Buchprojekt „Zwei Wege nach Auschwitz“ kennen. Mit vier digitalen Installationen eröffnen sie am Freitag, 7. Februar, von 16 Uhr bis 21.30 Uhr „neue Einblicke in die Lebenswege ihrer Großeltern“, so das Marchivum. Um 18 Uhr laden Höß und Sander zu einem Gesprächsabend ein.

Briefe aus Auschwitz

Die Schauspieler Mathias Wendel und Hedwig Franke inszenieren am Samstag, 8. Februar, 18 Uhr, im Friedrich-Walter-Saal, Briefe aus Auschwitz und Selbstzeugnisse von Sophie Stippel. Cathérine Gallier moderiert durch die szenische Lesung „Jetzt ist’s wieder Frühling, draußen blüht alles in schönster Pracht“.

Am Sonntag, 9. Februar, 12 Uhr, lädt das Kino Modernes Theater in Weinheim zur Deutschlandpremiere des Films „Enkel“ von Aleksandar Reljic. Gezeigt wird, wie der Enkel eines Auschwitz-Kommandanten im Jahr 2014 von einer Holocaust-Überlebenden adoptiert wurde. „Eine Inspiration, dass es möglich ist, eine Veränderung in unserer Gesellschaft herbeizuführen“, schreibt das Marchivum. Auch Höß und Sander sind Teil des Films. Bis auf die Kinovorstellung (7,50 Euro) sind alle Veranstaltungen kostenfrei. soge

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