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Ergreifende Worte des Trostes für die Trauernden

Klassik: Landeskantor Johannes Michel führt in der Christuskirche Mannheim „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms auf

Mannheim.Von Zeit zu Zeit muss auch der Bachchor an der Christuskirche, sonst dem Besonderen und Neuen verpflichtet, die großen Standard-Oratorien pflegen. So hat Landeskantor Johannes Michel für sein großes Herbstkonzert am Sonntag, dem 11. November, um 17 Uhr, übrigens eine beziehungsweise zwei Wochen vor Volkstrauertag und Totensonntag, „Ein deutsches Requiem“ nach Worten der Heiligen Schrift Opus 45 von Johannes Brahms aufs Programm gesetzt. Es singen Milena Georgieva (Sopran), Matthias Horn (Bariton) und der Bachchor, es musiziert die Sinfonietta Mannheim, es dirigiert Johannes Michel.

Im Gegensatz zu den anderen Requiem-Vertonungen wählte Brahms für sein „Deutsches Requiem“ nicht die liturgischen Texte der lateinischen Totenmesse, sondern Textpassagen aus dem Alten und dem Neuen Testament. Im Mittelpunkt des Werkes steht nicht die Klage über den Tod eines geliebten Menschen, vielmehr findet Brahms ergreifende Worte des Trostes für die trauernden Hinterbliebenen.

Hanslick war gnädig

Das Werk fand seinen Weg auf das Konzertpodium in mehreren Schritten. Die ersten drei Sätze wurden durch den Wiener Singverein im Dezember 1867 uraufgeführt; mehr wollte man dem damaligen Publikum nicht „zumuten“; immerhin wurde die Uraufführung von dem gefürchteten Kritiker Eduard Hanslick durchaus positiv besprochen. Großen Anklang fand die Aufführung des damals noch sechssätzigen Werkes am Karfreitag 1868 unter Leitung des Komponisten im Bremer Dom. Der fünfte Satz „Ihr habt nun Traurigkeit“ wurde erst danach eingefügt; die endgültige Uraufführung erfolgte im Februar 1869 im Leipziger Gewandhaus. W.B.

Info: "Ein deutsches Requiem", Sonntag, 11. November, 17 Uhr, in der Christuskirche, Werderplatz 15 in Mannheim.