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Formen im Widerspruch und Einklang zueinander

Einraumhaus: Ausstellungshalle am Alten Meßplatz in der Neckarstadt zeigt Werke von Dani Jakob und Florian Baudrexel

Mannheim.Auf den ersten Blick mutet die Methode des Formenzeichnens schon ein wenig seltsam an: Der Künstler steht vor einer Tafel und bemalt diese mit beiden Händen gleichzeitig. Im 19. Jahrhundert in England und den USA entwickelt, machte Rudolf Steiner daraus 1919 ein neues Schulfach. Dabei kam es ihm auf zwei Grundformen dieses Malstils an: „Die Gerade und die Krumme“.

Genau diesen Titel trägt auch die Ausstellung, die ab Donnerstag, 17. Mai, im Einraumhaus am Alten Meßplatz zu sehen ist. Die Kuratoren zeigen Arbeiten der Künstler Dani Jakob und Florian Baudrexel. Die Malerin und der Bildhauer sind seit langer Zeit ein Paar und stellen ihre Werke nun gemeinsam aus. Für Myriam Holme, die das Einraumhaus mit betreibt, ist die Ausstellung der Werke des Künstlerpaares eine große Chance. „Ich glaube, dass die Möglichkeit, gemeinsam auszustellen, intensiven Austausch ermöglicht und dass das Einraumhaus in seiner Intimität der perfekte Ort hierfür sein kann“, sagt sie.

Seltene Ausstellungsform

Sehr häufig gebe es Partnerausstellungen nicht, und das, obwohl sie schon lange zusammen lebten. „Oft gibt es ja Künstlerpaare, die zwar gemeinsam leben, Kinder haben und Ateliers teilen, also in sehr engem künstlerischem Austausch stehen und dennoch selten zusammen ausstellen“, sagt Holme. Eine gemeinsame Ausstellung ermögliche daher interessante Perspektiven, es entstehe ein formales Zwiegespräch zwischen den beiden Künstlern.

Dani Jakob beschäftigt sich seit ihrem Studium mit künstlerischen Techniken, die sich abseits der akademischen Traditionen entwickelt haben. Die 1970 in Freiburg im Breisgau geborene Malerin lebt mit Florian Baudrexel und ihren beiden Söhnen in Berlin.

Seit Ende der 1990er-Jahre setzt sich Baudrexel mit dem Thema Relief auseinander. Aus dieser Arbeit entstanden seit 2004 großformatige Arbeiten aus Pappe. Für den 1968 in München geborenen Bildhauer erschaffen selbst abstrakte Reliefs eigene räumliche Beziehungen, die sich dem Betrachter als etwas Wesenhaftes, als etwas Konkretes, gegenüberstellen. Baudrexel sucht das Abstrakte nicht um seiner selbst willen. Während er seine Werke plant, sieht er in jedem Exponat eine unabdingbare Geometrie und eine spezifische Form, die jedem noch so abstrakten Objekt ein eigenes Gesicht gibt. Auch deshalb ist jedes seiner Kunstwerke, mag es noch so abstrakt anmuten, mit einem Eigennamen benannt.

Die Exponate der beiden Künstler sind ab sofort bis Sonntag, 17. Juni, zu sehen. Das Einraumhaus hat in dieser Zeit freitags und samstags von 16 bis 19 Uhr geöffnet. Info: Besichtigungen sind nach telefonischer Vereinbarung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich (0177/662 26 08). tge